Luxusgüter-Aktie im Check – mein Kursziel für die LVMH-Aktie

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Klammert man meine Tech-Aktien einmal aus, so ist die L'Oreal-Aktie eines meiner bestes Investments, das ich jemals getätigt habe. Inklusive Dividenden hat mir diese französische Aktie eine stattliche Rendite von 113 % in gut acht Jahren beschert.

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Quelle: pixabay

Auch die LVMH-Aktie kommt aus Frankreich, schüttet verlässliche Dividenden aus und beschäftigt sich ebenfalls mit den schönen Dingen des Lebens – nämlich mit Luxusgütern. Könnte sich diese Luxusgüter-Aktie daher möglicherweise ähnlich solide entwickeln wie die L'Oreal-Aktie?

Genau dieser Frage bin ich gemeinsam mit Daniel Wagner im Investor Stories-Podcast nachgegangen – viel Spass mit unserer LVMH-Aktienanalyse!

Den Podcast findest du auch bei Apple und auf der Investor Stories-Homepage. Oder du liest einfach hier weiter – der nun folgende Beitrag ist nämlich die schriftliche Version unserer Analyse.

Ein Blick in die Vergangenheit – die Geschichte hinter der Luxusgüter-Aktie

Bevor wir mit der eigentlich LVMH-Aktienanalyse beginnen, möchte ich kurz einen Blick in die Geschichte dieses Unternehmens werfen. LVMH entstand 1987 durch eine Fusion der beiden Unternehmen Louis Vuitton – bekannt für seine Handtaschen – und Moët Hennessy, einem weltberühmten Champagner-Hersteller.

Da sich die beiden Vorstände nach der Fusion in einigen Punkten uneinigen waren, holte sich einer der beiden Bernard Arnault zur Verstärkung hinzu, dem seit 1985 das Modelabel Christian Dior gehörte. Nach zahlreichen Streitigkeiten endete der Zwist im Jahr 1989 – Bernard Arnault ging als Sieger hervor und wurde Präsident von LVMH.

Es folgten mehreren, erfolglose Ausflügen in den 90er Jahren, beispielsweise ins Hotel-, Spirituosen und Kaufhausgeschäft. Nach diesen "Experimenten" ist Arnault jedoch auf das Geschäft gestoßen, welches er und sein Unternehmen bis heute in Perfektion beherrschen: Den Kauf und die Integration von Luxusmarken ins eigene Unternehmen!

Name LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton 
WKN 853292
Land Frankreich
Dividendenrendite 1,21 %
Kurs 398,15 Euro

Quelle: finanzen.net, 21.09.2020

So übernahm LVMH im Jahr 2011 den italienischen Konkurrenten Bulgari, ein Jahr später den britischen Herren-Maßschneider Arny's und den französischen Lederwarenhersteller Les Tanneries Roux. Auch in Deutschland hat man zugeschlagen, das ist noch gar nicht so lange her: Im Januar 2017 übernahm man den Kölner Kofferhersteller Rimowa.

Der letzte, spektakuläre Coup war die Übernahme des bekannten US-Juweliers Tiffany – für stattliche 16,2 Milliarden US-Dollar. Ob die Übernahme tatsächlich wie geplant über die Bühne gehen wird, ist aktuell allerdings fraglich – es stehen mehrere Klagen im Raum.

Egal wie der Fall "Tiffany" ausgeht – das hinter diesen scheinbar wilden Zukäufen ein erfolgreiches System steckt, zeigt ein Blick auf die Performance der LVMH-Aktie in den letzten zehn Jahren im Vergleich mit anderen Luxusgüter-Aktien.

durchschnittliche Performance p.a. letzte 10 Jahre
LVMH-Aktie + 15,33 %
Kering-Aktie + 17,67 %
Richemont-Aktie + 3,98 %

Quelle: Aktien-Terminal Trader Fox, Stand: 04.09.2020

Zwar schnitt die Kering-Aktie noch einen Ticken besser ab als die LVMH-Aktie, die Richemont-Aktie allerdings konnte man klar hinter sich lassen. Und noch wichtiger: Auch den breiten Markt lies unsere Luxusgüter-Aktie klar hinter sich. der iShares Core MSCI World-ETF legte in den letzten zehn Jahren "nur" um rund 10 % jährlich zu.

Fazit: Wer vor zehn Jahren eine gute, französischen Aktie gesucht hat, der hat mit der LVMH-Aktie einen guten Fang gemacht. Doch wie könnten sich diese Aktie in den nächsten zehn Jahren entwickeln, wie lautet mein Kursziel für die LVMH-Aktie?

Das Geschäftsmodell hinter der LVMH-Aktie

Bevor wir zu meiner eigentlichen Prognose und meinem Kursziel für die LVMH-Aktie kommen, lass uns einen Blick auf das Geschäftsmodell der Franzosen werfen. LVMH unterteilt sein Geschäft in die Segmente Wines & Spirits (Champagner, Wein,Cognac und weitere Spirituosen), Fashion & Leather Goods (Mode-Label wie Louis Vuitton, Christian Dior oder Fendi), Perfumes and Cosmetics (Parfüms und Kosmetik, ebenfalls unter der Marke Dior oder Guerlain), Watches & Jewelry (Schmuck und Uhren, zum Beispiel TAG Heuer oder Hublot)) und Selective Retailing (ausgewählte Einzelhandelsaktivitäten).

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Quelle: Geschäftsbericht LVMH 2019, Umsatzverteilung nach Segmenten

Das LVMH am meisten im Bereich Mode und Taschen umsetzt, ist in meinen Augen wenig überraschend. Etwas überrascht hat mich der zweite Platz – die Einzelhandelsaktivitäten. Sie machten 2019 rund 27 % der Umsätze von LVMH aus. Dieser Bereich besteht aus drei exklusiven Kaufhäusern in Paris, aus Boutiquen an Flughäfen und aus luxuriösen Einkaufsstraßen in Kreuzfahrtschiffen.

Ungefähr gleich groß sind die Segmente Wein und Spirituosen, Parfüms und Kosmetik und das Schmuck-Segment.

Auch bei der regionalen Umsatzverteilung war ich etwas erstaunt: Größter Absatzmarkt unserer französischen Aktie ist Asien!

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Quelle: Geschäftsbericht LVMH 2019

In den nächsten Jahrzehnten wird für Asien das weltweit größte Bevölkerungswachstum auf der ganzen Welt erwartet – davon wird LVMH aufgrund seiner Präsenz wohl besonders stark profitieren.

Mein Fazit zum Geschäftsmodell dieser Luxusgüter-Aktie fällt trotzdem gemischt aus. Denn ich persönlich kann wenig mit den Produkten von LVMH anfangen. Ich trage keine Uhr, trinke keinen Alkohol und Uncle Sam ist für mich genauso eine Marke wie Christian Dior. Ich würde also tatsächlich nicht ein einziges der Produkte von LVMH kaufen wollen.

ABER: Ich kann gut verstehen, warum andere das wollen! Die Produkte von LVMH stehen für Erfolg, gutes Design und guten Geschmack. Viele Menschen, die über das nötige Kleingeld verfügen, wollen genau damit in Verbindung gebracht werden und sind deshalb bereit, viel Geld für sie zu bezahlen.

Das war in der Vergangenheit so – und das wird wohl auch zukünftig so sein! Ich finde das Geschäftsmodell von LVMH als Investor also absolut spannend, auch wenn ich selbst wenig mit den Produkten von LVMH anfangen kann.

Das Management – der entscheidende Erfolgsfaktor hinter der LVMH-Aktie

Wie bereits erwähnt steckt hinter dem Erfolg der LVMH-Aktie vor allem ein Name: Bernard Arnault. Er schuf eine Unternehmenskultur, die unternehmerischen Handeln auf jeder Ebene fördert. Er sorgt dafür, dass Entscheidungen ausschließlich anhand langfristiger Kriterien getroffen werden. Ein schlechtes Quartal ist kein Beinbruch, solange der langfristig eingeschlagene Weg stimmt.

Und er sorgte mit einem geschickten Händchen bei den zahlreichen Übernahmen dafür, dass die LVMH-Aktie ein Kursziel nach dem anderen pulverisierte. Doch wird ihm das auch zukünftig gelingen? Wie lange wird er überhaupt noch an der Spitze von LVMH stehen? Immerhin ist Arnault bereits 71 Jahre alt.

Diese Fragen sind in meinen elementar wichtig, wenn es um zukünftige Prognosen für die LVMH-Aktie geht. Und um ehrlich zu sein: Ich sehe die Sache recht positiv. Zum einen denke ich, dass Arnault durchaus noch zehn Jahre an der Spitze von LVMH stehen könnte. Zum anderen hat er LVMH eine DNA eingeimpft, die auch nach seiner Zeit dafür sorgen sollte, dass LVMH den eingeschlagenen Weg fortsetzten kann – ähnlich wie das nach Steve Jobs Tod bei Apple der Fall war.

Und ein bisschen Familie Arnault würde auch ohne Bernard in LVMH verbleiben: Sein Sohn Alexandre ist CEO von Rimowa – der bereits erwähnten deutschen LVMH-Tochter. Mein Fazit zum Management von LVMH fällt daher absolut positiv aus! Das Unternehmen wird von einem herausragenden CEO geführt, der das Unternehmen dahin gebracht hat, wo es heute steht. Sein Herzblut dürfte nach all den Jahrzehnten definitiv an LVMH hängen, weshalb er langfristig nur das beste für sein Unternehmen will.

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Quelle: Anteilseigner LVMH, Investor Relations LVMH

Was übrigens definitv an LVMH hängt ist sein Vermögen – gemeinsam mit seiner Familie besitzt er 47,3 % aller LVMH-Aktien. Dieses Aktienpaket hat Stand heute, dem 11.09.2020, eine Wert von 100 Milliarden Euro. Mehr "Skin in the Game" geht fast nicht – damit hat er mir großer Wahrscheinlichkeit das gleiche Ziel wie wir langfristig orientierte Investoren: Eine dauerhaft positive Entwicklung "seiner" französischen Luxusgüter-Aktie!

Die Wettbewerbsvorteile von LVMH

Wettbewerbsvorteile gehören natürlich zu jeder Aktienanalyse – das ist bei LVMH nicht anders. Bei der LVMH-Aktie sehe ich zwei Wettbewerbsvorteile, einen offensichtlichen und einen weniger offensichtlichen. Erstgenannter liegt auf der Hand: Unter dem Dach von LVMH versammeln sich viele der bekanntesten Luxusmarken der Welt unter einem Dach.

Unter den 100 wertvollsten Marken auf unserem Planeten stammen gleich drei aus dem Hause LVMH – eine Marke landete sogar unter den Top 20.

17. Louis Vuitton
82. Dior
95. Hennessy

Quelle: Interbrand Ranking 2019

Starke Marken sind ein enormer Wettbewerbsvorteil. Sie sorgen dafür, dass Kunden ihnen Vertrauen schenken, obwohl sie noch nie ein Produkte dieser Marke gekauft haben. Sie sorgen ebenfalls dafür, dass Menschen bereits sind, einen höheren Preis für diese Produkte zu bezahlen. Und Menschen, die sich mit einer Marke identifizieren, für die kommen andere Marken beim nächsten Kauf ohnehin kaum in Frage.

Starke Marken sind in meinen Augen so ein starker Wettbewerbsvorteil, dass ich ihnen einen eigenes wikifolio gewidmet habe – und dieses wikifolio hat sich in den letzten Jahren wirklich großartig entwickelt. Seit seiner Auflage ist es pro Jahr um 16,9 % gestiegen!

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Mit seinen starken Marken ist LVMH selbstverständlich fester Bestandteil dieses wikifolios! Wenn du alle anderen Depotpositionen sehen möchtest, kannst du dich mit dem folgendem Button kostenlos registrieren und erhältst anschließend Zugriff auf jede einzelne Position meiner wikifolios.

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Die allermeisten Investoren wissen aber natürlich um die Macht von starken Marken und wissen damit natürlich auch um diesen mächtigen Wettbewerbsvorteil der LVMH-Aktie. Ein weniger bekannterer Wettbewerbsvorteil der LVMH-Aktie ist die Fähigkeit, Luxusmarken aufzukaufen, sie anschließend mit einer ausgeklügelten Strategie ins Unternehmen zu integrieren und sich anschließend an deren Gewinnen zu erfreuen – was natürlich auch die Aktionäre dieser Luxusgüter-Aktie glücklich macht!

Ich habe bisher kaum ein Unternehmen analysiert, das mit solch einer Präzision einen Volltreffer nach dem anderen landet, wenn es um Übernahmen geht. Für mich ein glasklarer Wettbewerbsvorteil der LVMH-Aktie. Denn er ermöglicht praktisch unbegrenztes Wachstum auf Basis einer wiederholbaren Strategie, die in den allermeisten Fällen hervorragend aufging.

Dass auch das erfahrenste Unternehmen gelegentlich mit Problemen bei einer Übernahme konfrontiert wird, zeigt die Übernahme von Tiffany. Wie bereits erwähnt ist Stand heute nicht klar, ob diese Übernahme tatsächlich stattfinden wird.

Dennoch bleibe ich bei den Wettbewerbsvorteilen der LVMH-Aktie dabei: Arnault und seine Leute sind wahre Meister, wenn es darum geht, Unternehmen zu übernehmen und ins eigene Unternehmen zu integrieren. Eine Eigenschaft, die man wahrlich nicht bei jedem Unternehmen findet.

Und selbstverständlich sollen am Ende dieses Punktes die starken Marken von LVMH als wichtiger Wettbewerbsvorteil noch einmal erwähnt werden.

Die Kennzahlen und meine Prognose für die LVMH-Aktie

Für eine zukünftige Prognose bezüglich der LVMH-Aktie ist es unerlässlich, einen Blick in die Vergangenheit zu werfen. Wie schnell ist das Unternehmen in den letzten Jahren gewachsen, wie profitabel war es und wie sieht die Bilanz der LVMH-Aktie aus? Basierend auf diesen Werte werde ich anschließend meine Prognose und letztendlich auch mein Kursziel für die LVMH-Aktie ableiten.

Lass uns zunächst mit den Wachstumszahlen von LVMH beginnen. Besonders wichtig sind hier der Umsatz, der operative Gewinn und das Ergebnis je Aktie.

Umsatzentwicklung seit 2014 + 11,9 % p.a.
Gewinnentwicklung seit 2014 (operativer Gewinn) + 15,7 % p.a.
Entwicklung Gewinn je Aktie seit 2014 + 4,9 % p.a.

Quelle: Geschäftsbericht LVMH

Erfreulich ist auf jeden Fall, dass der operative Gewinn schneller gewachsen ist als der Umsatz. Das bedeutet, dass man seine Profitabilität steigern konnte. LVMH scheint also keinem sonderlich starken Preisdruck ausgesetzt zu sein.

Auf den ersten Blick könnte die relativ schwache Entwicklung des Gewinns je Aktie den ein oder anderen Investor irritieren – er hat sich deutlich schlechter entwickelt als der operative Gewinn. Dahinter steckt allerdings nicht mehr als ein Einmaleffekt, der den Gewinn im Jahr 2014 beeinflusst hat. Außerdem befinden seit 2014 ein paar LVMH-Aktien mehr im Umlauf. Vermutlich wurden diese im Rahmen von Mitarbeiterprogrammen ausgegeben.

Also kein Grund zur Sorge – im Gegenteil! LVMH-Aktionäre sollten sich lieber über die starke, operative Entwicklung freuen. Knapp 16 % jährliches Gewinnwachstum sind für ein Unternehmen in der Größenordnung von LVMH wahrlich keine Selbstverständlichkeit – und damit ein absolutes Gütesiegel für diese französische Aktie.

Auch beim Blick auf die Profitabilität sollte langfristig orienterten Anlegern warm um's Herz werden, auch wenn sie im Jahr 2019 etwas rückläufig gewesen ist.

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Quelle: Geschäftsberichte LVMH

Die EBIT-Marge lag in den letzten sechs aufeinanderfolgenden Jahren jeweils über der 17,5 %-Marke, was einen sehr hohen Wert darstellt und auf attraktive Produkte hindeutet, die nicht über niedrige Preise verkauft werden müssen. Der Return on Invested Capital – kurz ROIC – gibt an, wie effektiv das eingesetzte Kapital "gearbeitet" hat – ebenfalls in Prozentpunkten.

Bei unserer Luxusgüter-Aktie ist auch dieser Wert konstant auf einem hohen Niveau. Damit zeigt LVMH, dass das in Übernahmen investierte Geld tatsächlich lohnend angelegt ist, denn ansonsten würde der ROIC tendenziell sinken. Und das tat er trotz des kleinen Rückschlags im Jahr 2019 nicht – im Gegenteil: Er konnte bis 2018 sogar Jahr für gesteigert werden!

Lass uns zum Abschluss der Kennzahlen noch einen kurzen Blick auf die Bilanz der LVMH-Aktie werfen. Und hier haben die vielen Übernahmen durchaus ihre Spuren hinterlassen – es stehen deutlich mehr Schulden als Cash und Eigenkapital in den Büchern von LVMH.

Cash 5,7 Mrd. Euro
Eigenkapital 38,4 Mrd. Euro
langfristige Schulden 35,5 Mrd. Euro
kurzfristige Schulden 22,6 Mrd. Euro

Quelle: LVMH-Geschäftsbericht 2019

Auch wenn es sicherlich schönere Bilanzen gibt als die von LVMH gibt, so muss man schlussendlich trotzdem festhalten, dass LVMH sich seine Schulden locker leisten kann. Der Zinsdeckungsgrad lag im Jahr 2019 bei über 20, was nichts anderes bedeutet, als der operative Gewinn die Zinszahlungen um das zwanzigfache (!!!) gedeckt hat.

Das ist extrem solide und wird dafür sorgen, dass die LVMH-Aktie trotz einbrechender Gewinne in Folge der Corona-Pandemie gut durch diese schwierige Zeit kommen wird.

Mein Fazit: Auch wenn die Bilanz der LVMH-Aktie alles andere als schuldenfrei ist, so kann man trotzdem festhalten, dass diese französische Luxusgüter-Aktie stabil aufgestellt. Hinzu kommt eine hohe Profitabilität und ein schnelles Wachstum – genau nach solchen Unternehmen suche ich für mein Depot.

Die LVMH-Aktie und die Dividende

Als klassische Dividendenaktie würde ich die LVMH-Aktie zwar nicht bezeichnen, dafür ist ihre Dividendenrendite ein bisschen zu niedrig. Dennoch schüttet sie ziemlich verlässlich an ihre Anteilseigner aus – ein Blick auf die Dividenden der letzten Jahre verdeutlicht dies.

2015 2016 2017 2018 2019 2020
3,20 Euro 3,55 Euro 4,00 Euro 5,00 Euro 6,00 Euro 4,80 Euro

Quelle: finanzen.net

Zwischen 2015 und 2019 hat sich die Dividende der LVMH-Aktie sogar fast verdoppelt, doch dann kam Corona... Wie schwer die Pandemie den französischen Konzern getroffen hat, schauen wir uns im nächsten Punkt genauer an. Lass uns zunächst noch ein paar weitere Fakten zur Dividende zur LVMH-Aktie anschauen.

Dividendenrendite * 1,14 %
Ausschüttungsquote 2019 34,0 %
durchschnittliches Dividendenwachstum 2015 - 2019 + 17,0 % p.a.

Quelle: LVMH Investor Relations

Fazit: Aufgrund ihrer niedrigen Dividende ist die LVMH-Aktie sicherlich keine klassische Dividendenaktie. Langfristig orientierte Investoren erkennen allerdings, dass eine stabil wachsende Dividende wichtiger ist als eine aktuell hohe Rendite – und genau das bietet die LVMH-Aktie. Eine verlässliche, in normalen Zeiten steigende Dividende.

Wer eine höhere Dividendenrendite anstrebt, als sie die LVMH-Aktie derzeit bietet, für den könnten REITs ein interessantes Investment sein. Was REITs sind, warum sie für Dividendenfans so interessant sind und wie du die besten REITs findest, erfährst du in meinem kostenlosen REIT-Leitfaden.

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Die LVMH-Aktie in Zeiten von Corona

Man würde vielleicht denken, Luxus geht immer und selbst Corona kann einer Luxusgüter-Aktie wie LVMH nichts anhaben. Und tatsächlich ist dieses Unternehmen eigentlich ziemlich krisenfest. So konnte die LVMH-Aktie selbst in der großen Wirtschaftskrise 2008/09 ihre Dividende erhöhen.

Doch Corona ist anders. Zwar haben die Reichen sicherlich immer noch genügend Geld für edlen Champagner, teure Taschen oder Schmuck. Nur werden solche Produkte eher selten über's Internet verkauft, sondern in edlen Boutiquen und glamourösen Shopping-Malls. Genau die waren aber über viele Wochen und Monate geschlossen – und das ging auch an der LVMH-Aktie nicht spurlos vorbei.

Wine and Spirits – 20 %
Fashion & Leather Goods – 23 %
Perfumes & Cosmetics – 29 %
Watches & Jewelry – 38 %
Selective Retailing – 32 %

Quelle: H2-Bericht LVMH

Jedes Segment von LVMH leidet massiv unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie – und trotzdem notiert die LVMH-Aktie höher als vor Corona. Nun, zum einen erwartet der Markt wohl, dass die Verkäufe im Zuge der Wiederöffnung vieler Läden und Malls wieder anziehen werden. Und ich erwarte das ehrlich gesagt auch.

Zum anderen schreibt LVMH trotz Corona schwarze Zahlen: Im ersten Halbjahr 2020 blieben nach Steuern und Zinsen 544 Millionen übrig. Das ist zwar deutlich weniger als im Vorjahreszeitraum, zeigt aber, dass LVMH auch vor Corona nicht in die Knie geht. Der Markt sieht das ebenso – und bewertet die LVMH-Aktie wie vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie.

Fazit und Kursziel für die LVMH-Aktie

Mein Fazit zur LVMH-Aktie dürfte dich nach diesem Artikel kaum überraschen: Ich halte diese französische Aktie für ein wunderbares Investment! Einziger Haken: Dass hinter dieser Luxusgüter-Aktie ein hervorragendes Unternehmen steckt, dessen bin nicht nur ich mir bewußt – das weiß auch die Börse. Entsprechend teuer ist die LVMH-Aktie aktuell, mit einem KGV von über 29 (Stand: 17.09.2020) ist sie historisch betrachtet eher teuer.

Diese Tatsache schränkt mein persönliches Kursziel für die LVMH-Aktie natürlich etwas ein. Nichtsdestotrotz sehe ich Potential in dieser französischen Aktie – trotz der derzeit hohen Bewertung.

In meiner Prognose traue ich der LVMH-Aktie ein Gewinnwachstum von 12 % jährlich und ein KGV von 25 zu. Als Basis meiner Prognose verwende ich den 2019er Gewinn, der nicht von der Corona-Pandemie zerschossen wurde.

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Quelle: Geschäftsbericht LVMH-Aktie, Prognose des Autors

Auch wenn ein Kurspotential von 17,7 % auf zehn Jahre natürlich mickrig aussieht, so muss man berücksichtigen, dass

  • es durchaus möglich, dass der Markt der LVMH-Aktie dauerhaft ein KGV von 30 oder mehr zugesteht
  • LVMH in den letzten Jahren schneller gewachsen ist als meine prognostizierten 12 % p.a.
  • ich mit einem Sicherheitspuffer von 25 % gerechnet habe
  • in dieser Prognose die Dividenden der LVMH-Aktie NICHT enthalten sind

Fazit: Ich halte meine Prognose für die LVMH-Aktie für ziemlich konservativ, weshalb ich mein berechnetes Kursziel eher als Worst Case und nicht als Best Case betrachte. Entsprechend verfügt diese französische Luxusgüter-Aktie in meinen Augen über ein lukratives Chancen-Risiko-Verhältnis.

Ich habe mir daher vor ein paar Tagen meine ersten LVMH-Aktie gekauft. Und ich denke, es wird nicht mein letzter Kauf gewesen sein, denn meiner Meinung nach steckt hinter der LVMH-Aktie ein großartiges Unternehmen, das man nicht unbedingt nur an einem theoretisch errechneten Kursziel bewerten sollte.

An der Börse dreht sich gerade alles um Tesla und Wasserstoff...

Nel ASA, Powercell Sweden und Tesla stehen gerade im Fokus der Investoren – die Kurse dieser Aktien eilen von einem Rekord zum nächsten. Und weißt du, was ich darüber denke? Vielleicht tun sie das auch zurecht! Schließlich könnten deren Technologien unsere Zukunft nachhaltig verändern. Wenn Aktien allerdings derart im Fokus der Investoren stehen, dann besteht immer das Risiko eines Hypes. Genau deshalb bin ich bei den drei genannten Aktien eher skeptisch und bleibe an der Seitenlinie.

Es gibt jedoch eine Sache, die ist sowohl für Elektro-Autos als auch für die Herstellung von Wasserstoff essentiell wichtig: Günstiger Strom! Ohne diesen machen beide Technologien wenig Sinn. Und während sich die Börsenwelt auf Nel, Tesla und Co. fokussiert, wird völlig vergessen, dass günstiger Strom schon heute hauptsächlich aus zwei Quellen kommt: Von der Sonne und von Wind!

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Der Kauf von Aktien und anderen Wertpapieren ist mit hohen Risiken bis hin zum Totalverlust behaftet.

Ich besitze LVMH-Aktien von (Stand: 29.09.2020).

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