3 Aktien, die ich niemals kaufen würde

Aktienanalysen Deutsche Bank Hugo Boss Thyssen Krupp

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich angefangen habe, meine ersten Aktien zu kaufen: Es ist anfangs unglaublich schwer, unter den tausenden von Aktien die richtigen zu finden!

Vielleicht hilft es dir, die Sache andersrum anzugehen – überleg dir doch einfach einmal, welche Aktien du auf gar keinen Fall im Depot haben möchtest! So reduzierst du das Spektrum der zur Verfügung stehenden Aktien drastisch – und erleichterst deine anfängliche Auswahl damit erheblich.

Ich mache den Anfang und stelle dir heute drei Aktien vor, von denen ich definitiv die Finger lassen würde.

Aktie 1: Die Deutsche Bank-Aktie

Die Deutsche Bank-Aktie hat in den letzten 10 Jahren über 80 % an Wert verloren – eine desaströsen Entwicklung. Der ein oder andere Anleger könnte jetzt auf die Idee kommen, dass es sich hier um ein Schnäppchen handeln könnte. Doch insbesondere Börsenneulinge sollten bei der Deutschen Bank-Aktie Vorsicht walten lassen – vor allem aus den zwei folgenden Gründen.

  1. Die Deutsche Bank verdient ihr Geld größtenteils im Investmentbanking. Ein Geschäft, von dem die meisten schlichtweg keine Ahnung haben – mich eingeschlossen. Von komplexen, schwer durchschaubaren Geschäftsmodellen rate ich Börsenneulingen generell ab – genau das trifft auf die Deutsche Bank zu
  2. Die Deutsche Bank ist meilenweit von ihren besten Jahren entfernt, im Jahr 2018 verdiente man fast 50 % weniger als 2012 – und 2018 war noch eines der besseren Jahre. Für steigende Kurse würde es daher ein massives Comeback benötigen, man spricht hier von einem Turnaround. Auf solche sollten Börsenneulinge in meinen Augen nicht setzen, mehr dazu am Ende des Beitrags

FAZIT: Schwer durchschaubares Geschäftsmodell, ein Unternehmen in der Abwärtsspirale und die Notwendigkeit eines Turnarounds machen die Deutsche Bank-Aktie für mich zur No-Go-Aktie für Börsenneulinge.

Aktie 2: Die Hugo Boss-Aktie

Auch die Hugo Boss-Aktie kommt wie ein Schnäppchen daher – um knapp 50 % ging es mit der Aktie in den letzten 5 Jahren nach unten. Auch hier möchte ich dir zwei Gründe nennen, warum die Aktie in meinen Augen eher ungeeignet für Börsenneulinge ist.

  1. Im Großen und Ganzen verfügt Hugo Boss über einen einzigen großen Wettbewerbsvorteil: Seine starke, bekannte Marke. Hugo Boss steht für Herrenanzüge wie kaum ein anderer Hersteller, weshalb viele Männer bevorzugt bei Hugo Boss zuschlagen. Aber: Die Modewelt ist extrem schnelllebig – was heute gesetzt ist, kann morgen völlig unten durch sein. Insbesondere für Modemuffel – wie mich – sind negative Entwicklungen kaum wahrnehmbar. Das macht die Hugo Boss-Aktie gewiss nicht zur optimalen Anfängeraktie.
  2. Der Umsatz von Hugo Boss stagniert seit Jahren, der 2018er Gewinn lag unter dem von 2011: Auch Hugo Boss muss einen Turnaround hinlegen, um die Kurve zu kriegen.

FAZIT: schnelllebiges Geschäftsmodell in Kombination mit einem wankelmütigen Wettbewerbsvorteil – und dann braucht’s auch noch einen Turnaround: Als Anfänger würde ich mich keine Minute mit der Hugo Boss-Aktie beschäftigen.

Aktie 3: Die ThyssenKrupp-Aktie

Neue Aktie, gleiches Spiel: Die ThyssenKrupp-Aktie ist 46 % günstiger als vor 5 Jahren – doch auch hier sollten Börsenneulinge vorsichtig sein!

  1. ThyssenKrupp musste in den letzten Jahren gleich mehrmals Verluste auf Jahresbasis verkraften – Besserung nicht wirklich in Sicht. Was her muss ist also wieder ein Turnaround
  2. Erschwerend kommt hinzu, dass ThyssenKrupp hochverschuldet ist. In den letzten beiden Jahren überstiegen die bezahlten Zinsen für Fremdkapital das operative Ergebnis – das ist ungefähr so, als wenn du ein Haus finanzierst, das dich 3.000 Euro Zinsen im Monat kostet, du aber nur 2.000 Euro verdienst

FAZIT: Verschuldete Unternehmen ohne jegliches Wachstum sind in meinen absolut ungeeignet für Börsenneulinge – genau so ein Unternehmen ist ThyssenKrupp.

Mein Fazit

Alle drei vorgestellten Unternehmen benötigen einen Turnaround, um für uns Investoren eine lukrative Investition darzustellen. Leider ist es so, dass Veränderungen – und nichts anderes ist ein Turnaround – uns Menschen meist extrem schwer fallen. Und ein Unternehmen ist nichts anderes, als eine Ansammlung von Menschen. Darauf zu wetten, dass ein Turnaround erfolgreich verläuft, ist daher so etwas wie das Wetten gegen die menschliche Natur – und nur selten Fällen von Erfolg gekrönt.

Ich rate Börsenneulingen daher dringend davon ab, auf Turnarounds zu setzten! Welche Strategien ich stattdessen versuchen würde, erfährst du in meinem nächsten Beitrag.

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