Die HelloFresh-Aktie – sollte man die Aktie der Stunde jetzt noch kaufen?

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Auf 12-Monatssicht ist die HelloFresh-Aktie um 271,8 % gestiegen (Stand: 24.04.2020). Klar – der Lieferant von Kochboxen ist ein absoluter Corona-Profiteur! Aber ist HelloFresh "nur" ein Profiteur eines kurzfristigen Umstandes – oder steckt mehr dahinter als eine kurzfristige Spekulation?

Das Geschäftsmodell der HelloFresh-Aktie

HelloFresh beliefert Haushalte in zwölf Ländern mit gesunde, hausgemachte Zutaten (sog. Kochboxen), die dann von den Kunden zu Gerichten verkocht werden – ohne lästiges Einkaufen! Alles, was für eine köstliche Mahlzeiten benötigt wird, wird sorgfältig zusammengestellt, beschafft und zum passenden Zeitpunkt an die Haustür eines jeden Abonnenten geliefert – wenn gewünscht Tag für Tag.

Hinter diesem scheinbar einfachem Prozess steckt eine riesige, datengesteuerte Technologieplattform. Dies ermöglicht es HelloFresh, Lieferketten und die Nachfrage zu verwalten und das Kundenerlebnis wie auch die betriebswirtschaftliche Effizienz zu optimieren.

Das auf Abos basierte Geschäftsmodell mit regelmäßigen Lieferungen könnte es HelloFresh ermöglichen, das Einkaufsverhalten von uns Konsumenten grundlegend zu verändern. Lieferung mit genau den Zutaten, die für's heutige Abendessen benötigt werden – frisch und ohne nerviges Einkaufen: Das ist die Vision von HelloFresh.

Macht das Sinn? In meinen Augen kann der Plan aufgehen – Einkaufen ist ganz rational betrachtet Zeitverschwendung – ein notwendiges Übel. Außerdem ist das ganze furchtbar ineffizient: Jeder Kunde fährt einzeln mit dem Auto auf einen großen Parkplatz zu einer Filiale in einer meist guten Lage. Viel Fläche, viel Verkehr, viele Menschen in Bewegung – ein zentrales, riesiges Lager mit Fahrern, die eine Vielzahl von Kunden anfährt, wäre in meinen Augen deutlich effizienter.

Genau diese Vision strebt HelloFresh an – eine Vision, die mir selbst sehr gut gefällt. Aber natürlich gehört mehr als eine Vision und ein vielversprechender Markt dazu, um sich zu einem attraktivem Investment zu entwickeln. Ein intensiver Wettbewerb beispielsweise kann jeder Wachstumsaktie ein jähes Ende bereiten.

Tatsächlich war ich sehr überrascht, als ich erfahren habe, wie sehr HelloFresh den Markt für Kochboxen dominiert – ich hätte mit deutlich stärkerer Konkurrenz gerechnet: Laut Unternehmenspräsentation betrug der Marktanteil im internationalen Geschäft 2019 bis zu 90 % (!!!), in den USA bis zu 50 %. Achtung: Lieferdienste wie Delivery Hero sind hier nicht berücksichtigt – sie liefern das Essen komplett zubereitet nach Hause, was diese Dienste natürlich teurer macht.

Bei HelloFresh erhält man ein Box voller Zutaten und verkocht diese selbst. Das sorgt für niedrigere Kosten und frischeres Essen – ich persönlich denke daher, dass das Modell "Kochbox" wesentlich alltagstauglicher und gesünder ist, als die Lieferung von komplett zubereitetem Essen. Zumindest dann, wenn wir von täglichen Lieferungen sprechen.

Fazit: Hinter der HelloFresh-Aktie steckt die Vision, Lebensmittel täglich, frisch und in der richtigen Menge vor die Haustür zu liefern – eine Vision, die ich persönlich sehr spannend finde. Gleichzeitig dominiert HelloFresh diesen schnell wachsenden Markt – beste Vorrausetzungen also, um durchzustarten!

Management und Anteilseigner hinter der HelloFresh-Aktie

An der Spitze von HelloFresh stehen mit Dominik Richter und Thomas Griesel zwei Mitbegründer von HelloFresh. Ich bewerte diesen Faktor extrem positiv, weil sie eine emotionale Bindung zum Unternehmen haben. Gleichzeitig besitzen sie große Aktienpakete am Unternehmen, bei Richter sind es rund 2,5 % aller HelloFresh-Aktien. Sowohl Herzblut als auch ihr eigenes Geld stecken also in HelloFresh – ich gehe daher davon aus, dass sie langfristig das Beste für HelloFresh wollen – und nicht auf den schnellen Euro aus sind.

In meinem letzten Artikel über HelloFresh habe ich behauptet, dass Rocket Internet der größten Anteilseigner bei HelloFresh ist. Das war falsch – hier bin ich auf einen Fehler von finanzen100 hereingefallen. Im Mai 2019 verkaufte Rocket Internet all seine HelloFresh-Aktien für rund 8 Euro – rückblickend nicht der beste Verkaufszeitpunkt...

Aktie HelloFresh SE
WKN A16140
Land Deutschland
Dividendenrendite 0,00 %
Kurs 33,76 Euro

Quelle: onvista.de, Stand: 24.04.2020

Fazit: HelloFresh ist gründergeführt, perfekt – genau in solche Unternehmen investiere ich am liebsten. Da sich auch der Samwer-Clan verabschiedet hat, habe ich auch bei den Anteilseignern nichts mehr zu meckern – einwandfrei!

Das verraten die Kennzahlen über die HelloFresh-Aktie

Die wichtigste Kennzahl einer jeden Aktie: Der Gewinn! Oder halt der Verlust – denn im Falle von HelloFresh gibt es (noch) keine Gewinne zu vermelden. Operativ musste man 2019 einen Verlust von 25,8 Millionen vermelden, nach Steuern und Zinsen waren es 10,8 Millionen Euro (ja – HelloFresh erhält mehr Zinsen, als es bezahlt).

Ein klarer Hinweis, dass die in der Bilanz von HelloFresh kaum Schulden auftauchen – und so ist es tatsächlich auch!

Gut 111 Millionen Euro langfristige Schulden stehen 193,6 Millionen Euro Cash gegenüber – eine sehr solide Basis. Insbesondere für ein so junges Unternehmen wie HelloFresh.

Die Frage aller Frage bei dieser Wachstumsaktie lautet aber: Kann das Unternehmen profitabel werden – und wenn ja, wie profitabel?

Zur ersten Frage: Laut aktuellster Prognose von HelloFresh wird das Unternehmen bereits im ersten Quartal 2020 ein positives AEBITDA ausweisen, zwischen 55 und 75 Millionen Euro werden in Aussicht gestellt. Nun, das  AEBITDA ist eine "sehr eigene" Kennzahl von HelloFresh... Ausgehend vom operativen Gewinn werden die Abschreibung und "Special Items" herausgerechnet – in meinen Augen ein wenig Schönrechnerei, aber was soll's: Sowohl die Abschreibung als auch die Sondereinflüsse haben sich im ersten Quartal 2019 auf 14,2 Millionen Euro summiert – das ist jetzt nichts wirklich dramatisches.

Sollten sich diese beiden Positionen im ersten Quartal 2020 in einem ähnlichen Rahmen bewegen – wovon ich ausgehe, dann kann man festhalten: HelloFresh wird im ersten Quartal wohl einen operativen Gewinn ausweisen, womit man zeigen würde, dass man profitabel arbeiten kann.

Die zweite Frage: Wie profitabel kann das Geschäft von HelloFresh werden? Ganz klar – eine schwierige Frage! Nun, ich traue HelloFresh – in seiner aktuellen Größe – eine EBIT-Marge von 7,5 % (AEBITDA-Marge 2019 International, ohne USA: 10,9 %) zu. Das wäre dann ein operativer Gewinn von rund 135 Millionen Euro p.a. Abzüglich Steuern und Zinsen dürften wir damit bei einem Konzernergebnis von rund 100 Millionen Euro landen – das wären dann 0,60 Euro je Aktie.

Ob das viel oder wenig ist, hängt von der aktuellen Bewertung der HelloFresh-Aktie ab.

... und so teuer ist die HelloFresh-Aktie mittlerweile

Heute kostet eine HelloFresh-Aktie 33,76 Euro. Bezüglich meines berechneten Gewinnpotentials von HelloFresh ergibt sich hieraus ein KGV von 56,3. Puh – das hört sich teuer an! Doch wir sollten eines bedenken: Bei der HelloFresh-Aktie handelt es sich um eine Wachstumsaktie! 2019 konnte man beim Umsatz um 41 % verglichen mit dem Vorjahr zulegen – was für ein Wachstum!

Dieses Tempo wird man vermutlich in den nächsten 10 Jahren nicht aufrecht erhalten können – ein jährliches Wachstum von 25 % ist meiner Meinung nach aber denkbar.

Quelle: Prognosen des Autors

Selbst basierend auf meinen eher konservativen Schätzungen ist die HelloFresh-Aktie ein Verdopplungskandidat (ACHTUNG: meine Prognose, bitte Disclaimer am Ende des Artikel beachten!) – und das trotz der jüngsten Rallye!

Mein Fazit zur HelloFresh-Aktie

Hochwertige Produkte und Dienstleistungen, eine große Vision, ein Management voller Gründer mit Skin in the Game und ein Markt, der eine Menge Wachstumspotential verspricht: Die Hellofresh-Aktie ist ein ganz heißer Kandidat für mein Depot!

Schade, dass ich auf diese Aktie nicht vor Corona aufmerksam geworden bin – Anfang Januar gab's die HelloFresh-Aktie noch für unter 20 Euro...

Meine 5 Top-Aktien für 2020

Die fünf Aktien in diesem Sonderbericht stehen ganz oben auf meiner Kaufliste für 2020 – vier von ihnen habe ich bereits im Depot! Warum mich diese fünf Aktien überzeugen? Nun, zum einen bin ich von der Qualität dieser fünf Unternehmen absolut überzeugt, zum anderen halte ich sie für massiv unterbewertet!

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Dieser Beitrag stellt ausschließlich meine Meinung dar – es findet keine Anlageberatung durch mich oder die Seite „Aktien für jedermann“ statt. Dieser Beitrag ist eine journalistische Publikation und dient ausschließlich Informationszwecken. Der Beitrag stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf einer Aktie, eines Wertpapiers oder einer sonstigen Anlage dar. Jeder Anleger ist an dieser Stelle dazu aufgefordert, sich seine eigenen Gedanken zu machen, bevor eine Investitionsentscheidung trifft.

Der Kauf von Aktien und anderen Wertpapieren ist mit hohen Risiken bis hin zum Totalverlust behaftet.

Ich besitze besitze keine der genannten Aktien (26.04.2020).


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