3 Dinge, die du bei deinem ersten Depot unbedingt beachten solltest

Du hast dich also entschieden, deine erste Aktie beziehungsweise deinen ersten ETF zu kaufen / zu besparen? Großartig – Gratulation zu dieser Entscheidung! Sie könnte deine finanzielle Zukunft entscheidend verbessern – bei mir hat sie das definitiv getan.

Nun stehst du vor der Entscheidung, bei welcher Bank oder bei welchem Broker du dein Depot eröffnen sollst. Da wir von Natur aus zu dem tendieren, was wir bereits kennen, führen viele Anleger ihr Depot bei ihrer Hausbank. Das muss nicht generell schlecht sein – doch auf ein paar Dinge solltest du bei der Wahl deines Depot auf jeden Fall achten.

Punkt 1: Die Gebühren

Hauptunterscheidungsmerkmal bei einem Depot sind in meinen Augen die Gebühren – denn auch scheinbar niedrige Beträge summieren sich im Laufe der Jahre zu stattlichen Summen. Genau hier ist der Haken bei vielen Hausbanken – allen voran bei Raiffeisenbanken, Volksbanken und Sparkassen: Sie sind oftmals deutlich teurer als Onlinebroker, bieten im Endeffekt aber keinen Mehrwert.

Hier sind deshalb ein paar Richtwerte, anhand derer du einschätzen kannst, ob du gerade ein faires Angebot vor der Nase hast oder ob hier jemand die Hand aufhält.

Depotführung: sollte grundsätzlich kostenlos sein *

Ordergebühr minimal: ca. 10 Euro

Ordergebühr maximal: 5 Euro + 0,25 % des Orderwertes

Gebühren für Dividendenzahlung: sollte grundsätzlich kostenlos sein – auch bei ausländischen Werten

* wenn die kostenlose Depotführung an einfach zu erfüllende Bedingung geknüpft ist, passt das natürlich auch

Außerdem solltest du darauf achten, dass für das Verrechnungskonto – das ist eine Art Girokonto für das Depot, auf das beispielsweise Dividenden gebucht werden – weder Kontoführungsgebühren noch Negativzinsen fällig werden. Auf welche Broker diese Punkte unter anderem zutreffen, erfährst du am Ende des Artikels. Dort stelle ich dir kurz und knapp meine eigenen Depotbanken vor.

Punkt 2: Kosten sind nicht alles – achte auf Einfachheit

Ja – ich weiß, es gibt außereuropäische Broker, mit deren Hilfe du extrem günstig beispielsweise direkt in New York US-Aktien kaufen kannst. Doch in meinen Augen sind solche Broker – ich selbst nutze Lynx – für Börsenneulinge nur bedingt geeignet. Denn: Deren Funktionsweise ist komplex, die Benutzeroberflächen sind oft englischsprachig und für mein Empfinden völlig unübersichtlich und die steuerliche Abwicklung ist ebenfalls schwieriger als mit einem deutschen Broker.

Fazit: Außereuropäische Broker würde ich nur dann nutzen, wenn ich Aktien kaufen möchte, die an deutschen Handelsplätzen nicht oder nur schlecht handelbar sind. Das dürfte bei den wenigsten Börsenneulingen der Fall sein – deshalb solltest du dich zur Reduzierung der Komplexität am Anfang auf deutsche Broker beschränken.

Punkt 3: Setze auf etablierte Anbieter

Auch wenn DEINE Aktien generell DIR gehören – nicht deinem Broker, das gilt auch im Falle einer Insolvenz: Unangenehm ist die Pleite deines Depotanbieters trotzdem. Du musst dir einen neuen Anbieter suchen, du musst dich darum kümmern, dass deine Wertpapiere deinem neuem Broker zugeordnet werden und wenn du Pech hast, ist dein Guthaben auf deinem Verrechnungskonto weg.

Vermeide dieses ungemütliche Szenario, in dem du auf etablierte Anbieter setzt, die schon mehrere Jahre am Markt sind und die ihre Krisenfestigkeit bereits unter Beweis gestellt haben. Glaub mir – das ist eine um zwei oder drei Euro höhere Ordergebühr wirklich wert.

Diese Broker nutze ich

Für mein Hauptdepot nutze ich das Direktkonto der Commerzbank. Es erfüllt gebührentechnisch genau die oben genannten Kriterien und entspricht somit denen der meisten Onlinebroker. Auch wenn ich heute möglicherweise einen anderen Anbieter wählen würde – solange die Commerzbank nicht teurer ist als ein vergleichbarer Onlinebroker, werde ich ihr treu bleiben. Denn am Service der Commerzbank habe ich rein gar nichts auszusetzen.

Da Sparpläne bei der Commerzbank aber ziemlich teuer sind, habe ich mir für meine ETFs ein zweites Konto eröffnet – bei der comdirect. Auch die comdirect erfüllt meine Kriterien bezüglich der Gebühren – die Sparplanausführung ist mit max. 1,5 % aber deutlich günstiger als bei der Commerzbank. Meine ETFs haben also bei der comdirect ihr Zuhause gefunden.

Mein dritter Broker wurde notwendig, weil ich seit Anfang diesen Jahres auch in REITs investiere – ein Anlagetool, das sich vorwiegend in den USA und Kanada etabliert hat. Entsprechend steht Anlegern auch nur an den dortigen Börsen das volle Spektrum an REITs zur Verfügung. Und um dort günstig handeln zu können, habe ich mir ein Depot bei Lynx angelegt. Die Handhabung ist etwas ungewohnt, aber letztendlich funktioniert auch dort alles wie gewünscht.

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