Was Börsenneulinge über Dividenden wissen sollten

Ich denke, die meisten Deutschen wissen, was eine Dividende ist. Statistisch gesehen haben allerdings nur die wenigsten jemals eine erhalten – und noch weniger dürften über detailliertes Wissen über sie verfügen.

Grund genug, Licht ins Dunkel zu bringen: Diese fünf Dinge sollten Börsenneulinge über die Dividende wissen!

Punkt 1: Allgemeines

Wenn ein börsennotiertes Unternehmen seine Aktionäre in Form einer Auszahlung am Unternehmenserfolg teilhaben lässt, dann nennt man diese Ausschüttung eine Dividende. Insbesondere bei etablierten, großen Unternehmen ist es durchaus üblich, dass die Aktionäre in Form der Dividende am Unternehmenserfolg beteiligt werden.

Aber Vorsicht: Es gibt in den allermeisten Fällen keinerlei Verpflichtungen, eine Dividende zahlen zu müssen! Sie kann also jederzeit gekürzt oder sogar ganz gestrichen werden – dessen sollten wir Aktionäre uns stets bewußt sein.

Punkt 2: Kennzahlen

Wann ist eine Dividende hoch, wann ist sie niedrig? Wie bewerten wir Anleger, ob die Dividende nachhaltig ist oder nicht? Ganz klar – mit Hilfe von Kennzahlen! Ich denke, die folgenden drei sollten sich Börsenneulinge genauer anschauen.

Kennzahl 1: Die absolute Dividende

Die absolute Dividende ist der Betrag, den ein Unternehmen pro Aktie an seine Anteilseigner ausschüttet. Beispiel Allianz-Aktie: Der Versicherungsriese hat dieses Jahr 9,00 Euro je Aktie an seine Aktionäre ausgeschüttet. Wenn du am Tag vor der Hauptversammlung 10 Allianz-Aktien besessen hast, dann hast du also insgesamt eine Dividende von 90 Euro erhalten.

Kennzahl 2: Die Dividendenrendite

Um die Rentabilität unterschiedlicher Aktien bezüglich ihrer Dividenden vergleichen zu können, teilt man die absolute Dividende durch den Aktienkurs und multipliziert dieses Ergebnis mit 100 – das Ergebnis: Die Dividendenrendite. Man kann diesen Wert mit dem Zins vergleichen, den du auf klassische Bankprodukte wie ein Festgeld – oder Tagesgeldkonto erhältst (trotzdem ist eine Dividende natürlich kein 1:1 Zinsersatz!).

Kennzahl 3: Die Ausschüttungsquote

Die Ausschüttungsquote stellt den Anteil der Dividende am Gewinn je Aktie dar. Bleiben wir bei der Allianz: Der Gewinn je Aktie betrug im vergangenen Jahr 17,43 Euro, wie beschrieben wurden 9,00 Euro Dividende bezahlt. Es wurden also 51,6 % des Gewinns an die Aktionäre ausgeschüttet – diesen Wert bezeichnet man als Ausschüttungsquote.

Diese Kennzahl ist besonders wichtig im Bezug auf die Nachhaltigkeit der Dividende – womit wir auch schon beim dritten Punkt angekommen sind.

Punkt 3: Nachhaltigkeit

Würdest du es als nachhaltig empfinden, wenn ein Unternehmen mehr Dividende bezahlt, als es Gewinn erwirtschaftet? Wahrscheinlich nicht – und das ist es natürlich auch nicht! Denn in diesem Fall wird die Dividende teilweise aus der Substanz bezahlt. Das kann schon mal ein oder zwei Jahre gut gehen – langfristig macht es ein Unternehmen allerdings kaputt.

Bei Unternehmen, deren Ausschüttungsquote über mehrere Jahre jenseits von 100 % liegt, solltest du also äußerst skeptisch sein – denn so wird kein Unternehmen langfristig erfolgreich sein können. Ähnliches gilt für Ausschüttungsquoten zwischen 80 % – 100 %.

In den allermeisten Branchen (es gibt Ausnahmen, beispielsweise die Immobilienwirtschaft) kann ein Unternehmen nur dann dauerhaft erfolgreich sein, wenn es kontinuierlich in bessere Produkte, besseren Service, eine effektivere Produktion oder in andere Dinge investiert. Wenn praktisch alles an die Anteilseigner ausgeschüttet wird, bleibt für diese dringend notwendigen Investitionen allerdings kaum etwas übrig.

In diesem Fall ist eine hohe Dividende in meinen Augen sogar eine Bedrohung für den langfristigen Unternehmenserfolg: Das ist ungefähr so, als ob man eine Kuh melkt, ihr aber kein Futter gibt: Es macht langfristig einfach keinen Sinn.

Punkt 4: Bedeutung für’s Unternehmen

Denkt man die ganze Sache weiter, dann stellt sich unweigerlich die Frage: Wo ist der Gewinn eines Unternehmens eigentlich besser aufgehoben – bei mir auf dem Konto oder wenn er im Unternehmen bleibt und dort reinvestiert wird?

Wer die Frage aus persönlichen Gründen – beispielsweise weil er seine Rente mit Dividenden aufbessert – mit „Mein Konto“ beantwortet, der hat damit natürlich aus seiner Sicht völlig Recht. Wer auf den Mittelzufluss nicht angewiesen ist und diese Frage mit „Mein Konto“ beantwortet, der sollte sich allerdings über seine Aktienauswahl Gedanken machen.

Denn für gewöhnlich erwirtschaftet ein Unternehmen deutlich höhere Renditen als wir Privatanleger das schaffen – weshalb das Geld – zumindest bei guten Unternehmen – dort wesentlich besser aufgehoben ist als bei uns. Wer seinem Unternehmen das nicht zutraut, der sollte sich wie gesagt noch einmal Gedanken über seine Aktienauswahl machen.

Punkt 5: Steuern

Zum Schluss noch ein leidiges Thema – die Steuer. Dividenden von deutschen Aktien sind innerhalb der persönlichen Freibeträge steuerfrei (dafür musst du bei deiner Bank einen Freistellungsauftrag einreichen). Darüber hinaus wird die Kapitalertragssteuer fällig, das sind aktuell rund 25 % (Stand: August 2019).

Bei ausländischen Aktien kann je nach Land eine Quellensteuer hinzukommen. Die kann man sich teilweise wieder zurückholen – da ich kein Steuerexperte bin, kann und möchte ich dir an dieser Stelle allerdings keine genaueren Informationen zur Verfügung stellen.

Mein persönliches Fazit zur Dividende

Das Wichtigste, was ich Börsenneulingen an dieser Stelle mit auf den Weg geben möchte, ist die folgende Botschaft: Kauft euch um Himmels Willen keine Aktie, nur weil sie mit einer hohen Dividendenrendite winkt! Schaut euch die Ausschüttungsquote und das Geschäftsmodell an und stellt euch dann die Frage: Ist diese hohe Rendite wirklich nachhaltig?

Wenn du jetzt Lust bekommen hast, noch mehr über Dividenden zu erfahren, dann möchte ich dir zum Abschluss noch ein Buch empfehlen – hier erfährst du alles über eine nachhaltige Dividendenstrategie, was du benötigst, um dir mit Dividendenaktien ein passives Einkommen aufzubauen!

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