Wie Börsenneulinge ein Telekom-Debakel vermeiden können

Der 18. November 1996 hätte ein großer Tag für die deutsche Aktienkultur werden können – an diesem Tag wurde die Deutsche Telekom-Aktie zum ersten mal an der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt. Doch im Nachhinein betrachtet war es ein schwarzer Tag für die Aktienkultur hierzulande. Dem rasanten Anstieg der Telekom-Aktie nach dem Börsengang folgte mit dem Platzen der Internetblase der Sturz ins Bodenlose.

Ihren Höchststand erreicht die T-Aktie – oft auch als Volksaktie bezeichnet – bei gut 86 Euro. Nur zwei Jahre später notierte sie unter 8,50 Euro. Tausende von Anlegern verloren ihr Erspartes – nicht selten fünfstellige Beträge. Und noch viel schlimmer: Sie verloren ihr Vertrauen in den Aktienmarkt und blieben der Börse nach dieser schmerzlichen Erfahrung für immer fern.

Nun, da du dich erfreulicher Weise für die Börse und für Aktien zu interessieren scheinst, möchte ich dir dabei helfen, dass dir dieses Schicksal erspart bleibt! Wenn du die 3 folgenden Tipps befolgst, dann wäre dir das Telekom-Debakel in jedem Fall erspart geblieben – und vielleicht erspart es dir eine schmerzliche Erfahrung bei einer anderen Aktie!

Tipp 1: Hüte dich vor Hype-Aktien

Um die Deutsche Telekom-Aktie wurde in der Zeit ihres Börsengangs ein irrer Marketing-Hype betrieben: Mit Schauspieler Manfred Krug drehte man TV-Werbung, der Büroturm der Dresdner Bank in Frankfurt erstrahlte in Magenta und für Telekom-Boss Ron Sommer war die T-Aktie so sicher wie eine vererbbare Zusatzrente. In Folge dieses Hypes wollte jeder die T-Aktie haben – was die Aktie zunächst einmal abheben lies wie eine Rakete.

Und genau hier wird’s kritisch: Wenn sich gefühlt jeder sicher ist, dass eine Aktie eine gute Investition ist und sie in extrem kurzer Zeit extrem schnell steigt (wie eben damals die Telekom-Aktie), dann sollte man als Anleger vorsichtig werden! Denn genau in solchen Hypes entstehen immer wieder massive Überbewertungen – die anschließende Korrektur vernichtet dann Milliarden von Euros.

Mein erster Tipp lautet daher: Als Börsenneuling würde ich generell einen Bogen um gehypte Aktien machen. Ein aktuelles Beispiel für eine gehypte Aktie könnte Beyond Meat sein – der Wert der Aktie hat sich in den letzten zwei Monaten mehr als verdoppelt.

Tipp 2: Lerne, Aktien zu bewerten

Genaue Zahlen habe ich nicht gefunden, aber ab einem gewissen Kursniveau muss die Telekom-Aktie damals unglaublich teuer gewesen sein. Erfahrene Anleger haben das erkannt und sind der Aktie ferngeblieben beziehungsweise haben sie verkauft.

Für einen Börsenneuling hört sich das jetzt erstmal kompliziert an, aber ich glaube, dass man langfristig nicht darum herum kommt: Du solltest lernen, Aktien zu bewerten! Denn ansonsten ist es schlichtweg unmöglich, die Chancen und Risiken einer Aktie richtig einzuschätzen. Ich persönlich verwende zur Bewertungen das sogenannte Kurs-Gewinn-Verhältnis – kurz KGV. Eine isolierte Betrachtung macht in meinen Augen allerdings wenig Sinn, weshalb ich die Wachstumsaussichten und einen Abzinsungsfaktor ebenfalls berücksichtige.

Zum Thema Aktienbewertung werde ich in naher Zukunft einige Beiträge veröffentlichen – folge mir einfach auf Facebook, um keinen dieser Beiträge zu verpassen!

Tipp 3: Diversifiziere!

Ich kann es nicht oft genug sagen: Diversifikation – also die Streuung des Kapitals über mehrere Investitionen hinweg – ist ein unerlässliches Werkzeug, um sein Risiko an der Börse zu minimieren. Denn man kann immer wieder mal mit einer Aktie ins Klo greifen – egal wieviel man analysiert, recherchiert und berechnet.

Damit die Folgen eines solchen Fehlers keine dramatischen Folgen für unser Depot haben, sollte man unbedingt mehrere Aktien besitzen – die Auswirkungen einer Fehlinvestition sind dann wesentlich geringer als wenn man nur zwei oder drei Titel gekauft hat. Ich bin daher der Meinung, dass man mindestens zehn Aktien im Depot haben sollte, besser sogar 15 oder mehr. Oder man setzt auf breit gestreute ETFs – diese investieren teilweise in mehr als tausend Unternehmen gleichzeitig – und das mit nur einem Wertpapier.

Wer damals neben der Telekom-Aktie weitere 10 oder 15 Aktien im Depot gehabt hätte, den hätte der Absturz der T-Aktie natürlich auch getroffen – aber er hätte nicht alles mit ihr verloren. Wenn du also heute anfängst, an der Börse zu investieren, dann achte auf jeden Fall von Anfang an auf Diversifikation.

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Der Kauf von Aktien und anderen Wertpapieren ist mit hohen Risiken bis hin zum Totalverlust behaftet.


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