So nutze ich mein Bewertungstool

Aktienanalysen Bewertung KGV

Vor zwei Wochen habe ich an dieser Stelle anhand der Disney-Aktie gezeigt, wie ich Aktien bewerte. Aufgrund der hohen Nachfrage auf meiner Facebook-Seite habe ich mich anschließend dazu entschlossen, mein zu Grunde liegendes Bewertungstool etwas aufzuhübschen und euch zur Verfügung zu stellen – die ersten haben es bereits erhalten!

Wenn auch du Interesse an diesem kostenlosen Tool hast, schreibt mir einfach eine e-Mail oder schau auf meiner Facebook-Seite vorbei:

thomas.brantl@yahoo.de

Facebook-Seite Aktien für jedermann

Letztendlich muss allerdings eine Sache klar sein – dieses Tool spuckt kein „Kaufen“ oder „Verkaufen“ aus – es lebt von der Qualität der Prognosen, mit denen es gefüttert wird. Hier seid ihr selbst gefragt!

Vielleicht ist es für den ein oder anderen ganz interessant ist, wie ich das KGV-Bewertungstool nutze. Deshalb möchte ich euch heute zeigen, anhand welcher Leitlinien ich die einzelnen Parameter des Tools für mich persönlich festlege.

Gewinn je Aktie

Der Gewinn je Aktie ist eigentlich recht einfach zu finden: Du öffnest den Geschäftsbericht des jeweiligen Unternehmens – meist wird der Gewinn je Aktie (Earnings per Share, EPS) zu Beginn des Berichts ausgewiesen. Bei größeren Unternehmen kannst du auch auf finanzen.net, onvista oder ähnliche Dienste zurückgreifen – ich bevorzuge allerdings den Geschäftsbericht als Quelle meiner Daten.

Einzige Ausnahme: Wenn wir uns – wie aktuell – zwischen dem dritten Quartal und der Veröffentlichung des neuen Geschäftsberichts befinden, dann kann es Sinn machen, den Gewinn für das fast abgeschlossene Geschäftsjahr auf Basis der ersten drei Quartale und dem vierten Quartal des Vorjahres zu verwenden. Man nennt dies auch ttm – trailing twelve months, also den Gewinn je Aktie bezogen auf die letzten zwölf Monaten.

Yahoo Finanzen (oder das englische Pendant dazu) stellen diesen Wert zur Verfügung – eine Quelle, auf die ich ebenfalls gerne zurückgreife.

Erwartetes, jährliches Gewinnwachstum

Dieser Punkt wird nun schon deutlich komplexer – wir benötigen eine Prognose für das jährliche Wachstum des Gewinns je Aktie. Die Zukunft zu prognostizieren ist natürlich nicht einfach.

Und gleich vorneweg: Es bringt nichts, hier irgendwelche Werte anzunehmen, wenn man sich mit dem Unternehmen – und vor allem mit dessen Zukunftsaussichten – nicht intensiv auseinandergesetzt hat! Man muss das Unternehmen, die Produkte, den Markt und die Chancen einschätzen können, um sich eine sinnvolle Prognose für das Gewinnwachstum erarbeiten zu können.

Drei Orientierungshilfen kann ich dir diesbezüglich mit auf den Weg geben:

1) Wachstum in der Vergangenheit

Wenn ein Unternehmen in den letzten 10 Jahren jährlich um 5 % gewachsen ist, dann muss es schon einen guten Grund geben, warum es in den nächsten 10 Jahren 10 % jährlich wachsen soll.

Wenn du keinen solchen Grund findest, dann solltest du auch nicht mit 10 % rechnen, sondern eher mit irgendetwas zwischen 3 % und 7 %. Wie gesagt nur, wenn du keinen Grund für starke Änderungen beim Wachstum siehst.

Ein Blick in die Vergangenheit ist zwar keine Garantie für die zukünftige Entwicklung, aber er kann definitiv einen guten Anhaltspunkt liefern – insbesondere bei großen, gestandenen Unternehmen.

2) Marktwachstum

Wenn es Prognosen für eine Branchen gibt, dann kann man diese durchaus auch als Prognose für einzelne Unternehmen aus dieser Branche verwenden.

WICHTIG: Funktioniert nur dann, wenn das Unternehmen zu den besten seiner Branche gehört! Dies herauszufinden ist eine der wichtigsten Aufgaben für Anleger mit einem langfristigen Horizont!

3) Vorstandsprognosen

Wenn der Vorstand langfristige Prognosen bezüglich der Umsatzentwicklung oder der Gewinnentwicklung veröffentlicht, dann können wir diese für die Berechnung der Bewertung verwenden.

WICHTIG: Funktioniert nur dann, wenn das Management des Unternehmens aufrichtig und fähig ist! Dies herauszufinden, ist eine der wichtigsten Aufgaben für uns langfristige Anleger!

Betrachtungszeitraum

Ich verwende meist 10 Jahre – außer meine Bewertung basiert auf Vorstandsprognosen, wie bei Wirecard. Hier basieren meine Prognosen auf der Vision 2025 – entsprechend habe ich hier mit 6 beziehungsweise 7 Jahren gerechnet.

Erwartetes KGV nach (n) Jahren

Wieder ein schwieriger Punkt – auch hier geht es wieder darum, in die Zukunft zu blicken. Wie beim Gewinnwachstum möchte ich dir drei Anhaltspunkte mit auf den Weg geben.

1) Mit welchem KGV wurde das Unternehmen in den letzten Jahren bewertet – gibt es gute Gründe, warum sich daran zukünftig etwas ändern sollte?

2) Ich verwende nur in den seltensten Fällen ein KGV größer 25 – denn Wachstumsunternehmen von heute werden in 10 Jahren höchstwahrscheinlich keine mehr sein. Und deren Bewertung wird sich dementsprechend anpassen.

3) Kenne das Unternehmen – und vor allem dessen Risiken! Denn diese könnten dafür sorgen, dass der Markt dem Unternehmen zukünftig eine niedrige Bewertung zugesteht.

Sicherheitsmarge

Trotz alles Sorgfalt – Fehler oder Ungenauigkeiten sind jederzeit denkbar – dieser Tatsache müssen wir Anleger Tribut zollen! Deshalb sollte man immer einen Sicherheitspuffer in seine Berechnung einbauen.

Bei mir bewegen sich die Sicherheitsmargen in folgendem Fenster:

20 % Top-Unternehmen
50 % Reiner Value-Kauf, mittelmäßiges Unternehmen

In den allermeisten Fälle rechne ich mir einer Safety-Margin in Höhe von 25 %.

Abzinsungsfaktor

Wenn du heute jemandem Geld leihst – sagen wir mal 1.000 Euro für ein Jahr – dann möchtest du in zwölf Monaten normalerweise etwas mehr als diese 1.000 Euro zurückhaben, weil

  • du für dein eingegangenes Risiko entschädigt werden möchtest (vielleicht bekommst du dein Geld ja nicht zurück)
  • die Inflation dafür sorgen wird, dass 1.000 Euro in einem Jahr keine 1.000 Euro mehr wert sind (Kaufkraftverlust)
  • du das Geld in eine als sicher geltende Alternativen hättest stecken können – beispielsweise US-Staatsanleihen

Du wirst daher Zinsen für das geliehene Geld haben wollen – und genau das sollte man bei Aktien ebenfalls mit einkalkulieren! Wenn du auf Basis aller getroffenen Prognosen einen Wert je Aktie in 10 Jahren erhältst, dann gehst du davon aus, dass dieses Geld 10 Jahre in dieses Unternehmen zu stecken. In dieser Zeit ist es einem Risiko, der Inflationen und der Konkurrenz sicherer Anlageformen ausgesetzt – der Abzinsungsfaktor berücksichtigt genau das.

Dabei ist Höhe des Abzinsungsfaktors ein sehr persönlicher Wert – Werte zwischen 3 % und 10 % halte ich hier für vertretbar – je nach Risikobereitschaft. Ich persönlich verwende meist einen Abzinsungsfaktor von 5 %.

Das Ergebnis

Das für unsere Bewertung relevante Ergebnis ist das in der Zeile „Nach Abzinsung“ – diesen Wert kannst du mit dem aktuellen Kurs abgleichen. Bitte beachte, dass alle Parameter in der gleichen Währung eingegeben wurden, ansonsten kommt natürlich Unfug heraus.

Außerdem solltest du das Ergebnis nicht als „starren Wert“ interpretieren – eher als eine Art Range. Spiele ruhig ein wenig herum, erstelle dir ein persönliches „Best-Case“ und ein „Worst-Case“-Szenario. Und bedenke immer: Das Ergebnis beruht auf deinen Prognosen – nicht auf dem Tool an sich! Verstehe das Unternehmen, das du gerade bewerten möchtest, so gut es geht.

Ansonsten bringt dich dieses Tool kein bisschen weiter.

Meine 5 Top-Aktien für 2020

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Dieser Beitrag stellt ausschließlich meine Meinung dar – es findet keine Anlageberatung durch mich oder die Seite „Aktien für jedermann“ statt. Dieser Beitrag ist eine journalistische Publikation und dient ausschließlich Informationszwecken. Der Beitrag stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf einer Aktie, eines Wertpapiers oder einer sonstigen Anlage dar. Jeder Anleger ist an dieser Stelle dazu aufgefordert, sich seine eigenen Gedanken zu machen, bevor eine Investitionsentscheidung trifft.

Der Kauf von Aktien und anderen Wertpapieren ist mit hohen Risiken bis hin zum Totalverlust behaftet.


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