Comdirect, LYNX und Trade Republic im Vergleich – welches meiner Depots passt für wen?

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Häufig werde ich von meinen Lesern gefragt, welches Depot ich nutze und welches ich ihnen empfehlen kann. Leider lässt sich diese Frage nicht pauschal beantworten – es gibt hier kein "A ist die beste Lösung – nichts anderes macht Sinn." Denn meiner Meinung nach ergeben sich heutzutage zahlreiche Vorteile aus der Nutzung mehrere Depots!

Wer sich ein klassisches World-Portfolio aufbauen möchte und deshalb nur zwei ETF benötigt, der wird ein anderes Depot brauchen, als jemand der exotische Aktien für seine Strategie benötigt, die hierzulande kaum handelbar sind.

Ich persönlich investiere sowohl in Aktien, in ETFs als auch in REITs – und habe für jede dieser Klassen ein eigenes Depot. So profitiere ich vom jeweils passend Angebot und den für diese Assetklasse optimalen Konditionen. Hinzu kommt, dass man mit mehreren Depots unterschiedliche Strategien wunderbar vergleichen kann – und das ohne zusätzliches Performance-Programm, das parallel gepflegt werden muss.

Aus diesen beiden Gründen nutze ich mehrere Depots – unter anderem das der comdirect, das LYNX-Depot und das Trade Republic-Depot.

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Quelle: Thomas Brantl

Wo die Stärken und Schwächen der jeweiligen Depots liegen und welches am besten für welche Assetklasse passt – das LYNX-Depot, Trade Republic oder comdirect, erfährst du in diesem Beitrag. Viel Spaß beim Vergleichen, wenn es heißt: Trade Republic vs comdirect vs LYNX!

Inhalt dieses Artikels (mit Links zu den entsprechenden Textabschnitten)

1. Sonderfall Commerzbank-Depot

2. Kriterium 1: Das Handelsuniversum

3. Kriterium 2: Die Gebühren

4. Kriterium 3: Quellensteuer, Abgeltungssteuer und Co.

5. Mein Fazit zur comdirect, LYNX und Trade Republic

Sonderfall Commerzbank-Depot

Doch bevor wir zu den drei eigentlichen Depots dieses Beitrags kommen, möchte ich an dieser Stelle ehrlich zu dir sein: Mein mit Abstand "größtes" Depot habe ich bei der Commerzbank! Hier finden sich alle meine "normalen" Aktien wieder, was den mit Abstand größten Teil meines Portfolios darstellt.

Ich möchte dieses Depot aber nicht wirklich weiterempfehlen oder im Rahmen meiner Seite detailliert darauf eingehen, weil es Stand heute weder über das größte Handelsangebot noch über die attraktivsten Konditionen verfügt.

Ich habe es aus genau einem Grund: Als ich tiefer in die Materie "Aktien" eingestiegen bin – das war ungefähr 2012 – gab es noch keine LowCost-Broker wie Trade Republic. So unterzog ich das Commerzbank-Depot einem Test – und es hatte damals tatsächlich mit das beste Angebot was Order- und Depotgebühren betrifft. Also habe ich damit begonnen, mir meine Aktien ins Commerzbank-Depot zu legen.

Warum ich nicht wechsle? Nun, inzwischen habe ich eine sechsstellige Summe in meinem Aktiendepot, da möchte ich nur ungern einen Depotübertrag machen. Hinzu kommt, dass die höheren Ordergebühren bei mir kaum ins Gewicht fallen, da ich nicht viel kaufe und verkaufe. Bei den Aktien, bei denen es Sinn macht, werde ich zukünftig aber auch Einzelaktien mit einem meiner beiden favorisierten Depots handeln – und nicht mehr mit meinem Commerzbank-Depot.

Commerzbank-Depot Test

Quelle: Thomas Brantl

Fazit: Ich persönlich habe mein Aktiendepot bei der Commerzbank, weil ich mich bei einem Depotübertrag mit meinem – zumindest für mich – hohem Depotstand schlichtweg nicht wohl fühlen würde und die höheren Ordergebühren bei mir kaum ins Gewicht fallen. Würde ich heute bei null anfangen, dann würde ich allerdings nicht mit einem Commerzbank-Depot starten – das hat mein Test der folgenden drei Depots eindeutig gezeigt!

Kriterium 1: Das Handelsuniversum

Lass uns nun aber zurück zu unseren drei eingangs erwähnten Depots kommen – dem comdirect-Depot, dem LYNX-Depot und dem Trade Republic-Depot. Der zentrale Punkt bei einem Depot sollte zunächst einmal das Handelsuniversum sein. Denn nur, wenn man mit einem Depot das handeln kann, was man auch will, macht ein solches überhaupt Sinn.

Für die allermeisten Privatanleger dürften Aktien, Aktien-Sparpläne, der Handel an ausländischen Börsen sowie ETFs und Aktienfonds die am relevantesten Wertpapiere sein. In diesem Vergleich habe ich mich daher auch auf diese Anlageklassen beschränkt. Zertifikate, CFDs, Optionen und andere Derivate sollen an dieser Stelle unberücksichtigt bleiben.

comdirect LYNX Trade Republic
Aktien ja ja ja
Aktien-Sparpläne ja nein ja
ausländischen Börsenplätze gegen Aufpreis * ja nein
ETFs ja ja ja **
ETF-Sparpläne ja nein ja **
Aktienfonds ja ja nein

Quellen: comdirect, LYNX, Trade Republic (Stand: Mitte März 2021)

* Ordegebühr mindestens 12,90 Euro plus fremde Spesen, es wird ein zusätzliches Währungsanlagekonto benötigt

** nachdem zunächst nur iShares-ETFs bei Trade Republic handelbar waren, sind inzwischen auch ETFs der folgenden Anbieter verfügbar: Xtrackers, Lyxor, WisdomTree und Amundi (Update: 16.03.2021)

Wer auf Sparpläne jeglicher Art verzichten kann, der findet meiner Meinung nach bei LYNX die größte Auswahl an handelbaren Wertpapieren. Denn das LYNX-Depot bietet Zugang zu allen relevanten Börsenplätzen der Welt. Von Frankfurt über New York bis nach Singapur lassen sich mit diesem Broker weltweit Aktien handeln, die weder beim comdirect-Standarddepot noch bei Trade Republic verfügbar sind.

LYNX-Depot, Trade Republic oder comdirect

Quelle: Thomas Brantl, auch mein Kater fühlt sich mit dem Handelsuniversum von LYNX sichtlich wohl!

Aber braucht man das wirklich? Nun, das kommt darauf an. Wer ausschließlich in weltbekannte Großkonzerne oder gängige ETFs investieren möchte, der wird das breite Spektrum, das das LYNX-Depot bietet, wahrscheinlich nicht benötigen. Wer allerdings zum Beispiel eine REIT-Strategie verfolgt – so wie ich – der wird schnell merken, dass er um internationale Börsenplätze nicht herum kommt.

Was REITs sind und für wen sie besonders interessant sind, erfährst du hier

Genau aus diesem Grund habe ich mir ein Depot bei LYNX angelegt – das breite Handelsspektrum ist der klare Vorteil dieses Brokers!

Fazit: Wer auch in "exotischere" Wertpapiere investieren möchte und gleichzeitig auf Sparpläne verzichten kann, für den ist das LYNX-Depot eine wunderbares Depot, weil es ein wahnsinnig großes Handelsuniversum bietet.

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Wer keine internationalen Börsenplätze braucht, gleichzeitig aber per Sparplan investieren möchte, der dürfte mit dem comdirect-Depot besser fahren als mit dem LYNX-Depot. Auch hier lassen sich alle gängigen amerikanischen, asiatischen und unsere europäischen Aktien problemlos kaufen und verkaufen, solange diese an deutschen Börsen gehandelt werden können, was auf die allermeisten Aktien zutrifft. Gleiches gilt für Aktienfonds und ETFs aller Anbieter.

Der Vorteil der comdirect: In viele Aktien, ETFs und Fonds kann man bequem per Sparplan investieren – eine Möglichkeit die das LYNX-Depot aktuell nicht bietet. So nutze ich mein comdirect-Depot beispielsweise, um meine ETF-Sparpläne, die nicht bei Trade Republic verfügbar sind, zu besparen.

Fazit: Wer zu einigermaßen akzeptablen Konditionen (dazu später mehr) per Sparplan in Aktien, Aktienfonds oder ETFs verschiedener Anbieter investieren möchte und nicht an ausländischen Börsenplätzen handelt, für den ist das comdirect-Depot meiner Meinung nach eine gute Wahl, mit der insbesondere Anfänger nicht viel falsch machen.

Beim Punkt "Gebühren" werden wir allerdings sehen, dass es günstigere Möglichkeiten für den Börsenhandel gibt als das comdirect-Depot. Ein meiner Meinung nach entscheidender Punkt – insbesondere wenn man sich zwischen Trade Republic oder comdirect entscheidet, doch dazu später mehr...

comdirect Depot

mit einem Klick auf die comdirect-Schaltfläche (*) geht's zum comdirect-Depot

Was das Handelsuniversum betrifft kann das Trade Republic-Depot nicht mit dem comdirect-Depot oder dem LYNX-Depot mithalten. Zwar lassen sich auch bei Trade Republic die allermeisten Aktien handeln, ähnlich wie das bei der comdirect der Fall ist. Bei ETFs gibt es jedoch eine kleine Einschränkung: Es sind lediglich die ETFs der folgenden Anbieter handelbar: iShares, Xtrackers, Lyxor, WisdomTree und Amundi. Wer ETFs von HSBC, BNP Paribas oder von Vanguard kaufen oder besparen will, der kann dies mit Trade Republic aktuell nicht tun.

Meiner Meinung lässt sich allerdings auch mit den auf Trade Republic handelbaren ETFs ein stabiles Portfolio zusammenstellen, inzwischen gibt es ja neben iShares weitere Anbieter mit attraktiven ETFs. Auch auf Trade Republic sollte also jeder ETF-Investor fündig werden! Wenn nicht, dann kann man Trade Republic oder comdirect einfach als Zweitdepot nutzen, so wie ich das aktuell mache. Meine iShares und Xtrackers-ETFs bespare ich bei Trade Republic – alle ETFs, die mir von anderen Anbietern besser gefallen, bei der comdirect. Zukünftig wird auch die eine oder andere Einzelaktie in meinem Trade Republic-Depot landen, das hat vor allem mit den Kosten zu tun. Auf diesen Punkt gehen wir dann im nächsten Abschnitt genauer ein.

Was das Handelsuniversum bei Aktien betrifft, ordne ich Trade Republic in etwa auf dem Niveau der comdirect oder der Commerzbank ein: Alle hierzulande handelbare Aktien gibt es in fast allen Fällen auch bei Trade Republic – zumindest war das bisher bei den für mich relevanten Aktiender Fall. Der Handel an ausländischen Börsenplätzen ist mit dem Trade Republic-Depot allerdings nicht möglich, das ist und bleibt die klare Stärke des LYNX-Depots.

Fazit: Wer ausschließlich "normale" Aktien handeln oder besparen möchte, für den reicht das Trade Republic-Depot völlig aus – nur deswegen braucht's wirklich kein LYNX-Depot! Aufgrund der einfachen Bedienung kann ich insbesondere Anfängern das Trade Republic-Depot für den Aktienhandel empfehlen – meiner Meinung nach ist Trade Republic sogar führend, was diesen Punkt betrifft.

Für ETF-Investoren ist Trade Republic mittlerweile ebenfalls ziemlich interessant geworden, weil inzwischen mehrere Anbieter handelbar sind – bis Februar 2021 gab's lediglich iShares-ETFs. Alles in allem ist das Handelsuniversum von Trade Republic damit zwar etwas eingeschränkt. Insbesondere für Einzelaktien – oder als Zweitdepot für ETFs – ist es aber für die allermeisten Anleger völlig ausreichend.

Kriterium 2: Die Gebühren

Neben dem Handelsuniversum kommt es bei einem Depot natürlich vor allem auf eine Sache an – die Kosten! Vor allem der Blick auf eine mögliche Depotgebühr und die Orderkosten ist unerlässlich, um die Kosten des Börsenhandels gering zu halten. Denn am Ende sind die Kosten für's Depot ein vermeidbarer Rendite-Vernichter, den man so niedrig wie irgend möglich halten sollte.

Gebühren comdirect, Depotgebühr comdirect, Trade Republic oder comdirect

Quelle: Thomas Brantl, auch Kleinvieh macht Mist – ein Blick auf die Gebühren ist daher unerlässlich!

Lass uns daher einen etwas genaueren Blick auf die Kosten meiner drei Depots werfen!

Bei allen drei Depots gibt es keine weiteren "Kostenfallen" – zumindest sind mir keine bekannt!

comdirect LYNX Trade Republic
Orderkosten 1.000 Euro 9,90 Euro 5,80 Euro 1,00 Euro
Orderkosten 2.500 Euro 11,15 Euro 5,80 Euro 1,00 Euro
Orderkosten 5.000 Euro 17,40 Euro 7,00 Euro 1,00 Euro
Kosten Sparplanausführung 1,5 % ** 0,0 %
Depotgebühr 1,95 Euro * 0,00 Euro *** 0,00 Euro

Quellen: comdirect, LYNX, Trade Republic (Stand: Anfang Januar 2021)

* die comdirect Depotgebühr entfällt ab zwei Trades pro Quartal, einem Wertpapiersparplan (mindestens eine Ausführung pro Quartal) oder einem verknüpften Girokonto

** außer Aktions-ETFs, bei ihnen entfällt die Gebühr, sind komplett kostenlos

*** bei einem Depotwert unter 1.000 US-Dollar am Monatsende wird eine Inaktivitätsgebühr von 1,00 US-Dollar am Monatsanfang fällig

Der mit Abstand günstigste meiner Broker ist Trade Republik! Das Trade Republic-Depot ist bedingungslos kostenlos, jede Order – egal wie hoch das Volumen ist – kostet gerade mal einen Euro und obendrauf gibt es kostenlose Sparpläne, sowohl für Aktien als auch für alle iShares-ETFs. Wer also in Einzelaktien investiert oder wer – wie ich – iShares-ETFs im Depot haben möchte, der spart sich mit dem Trade Republic-Depot bares Geld. Das gilt selbst dann, wenn es aufgrund des eingeschränkten Handelsuniversums "nur" als Zweitdepot genutzt wird.

Mehr Details zu den Kosten bei Trade Republic findest du hier

Oftmals wird behauptet, dass bei Trade Republic ein Teil der eingesparten Gebühren von einem überhöhtem Spread "aufgefressen" werden. Diese Erfahrung habe ich bisher nur bei einem einzigen Kauf gemacht. Mein Fehler – ich habe früh morgens um neun Uhr gehandelt. Trotzdem war der Kauf im Trade Republic-Depot immer noch günstiger, als wenn ich ihn bei der comdirect ausgeführt hätte...

Bei all meinen Sparplänen und Einzelkäufen konnte ich keine überhöhten Spreads bei Trade Republic feststellen, solange sie ausgeführt wurden, wenn an den US-Börsen der Handel begann (ca. 15:30 bis 16:00 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit). Was den Spread betrifft, ist es daher meiner Meinung nach egal, ob man sich für Trade Republic oder comdirect entscheidet – ausschlaggebend sind die Gebühren!

Mehr zum Thema "Trade Republic-Spreads" findest du hier

Fazit: Was Einzelaktien und iShares-ETFs betrifft, ist das Trade Republic-Depot bezüglich Kosten nicht zu schlagen. Wer das Maximale aus seinem Geld herausholen möchte, indem er die Kosten so niedrig wie möglich hält, der kommt an Trade Republic meine Meinung nach kaum vorbei. Wem das Handelsuniversum von Trade Republic nicht ausreicht, der kann darüber nachdenken, ob er dieses Depot als Zweitdepot nutzen möchte. Aus Kostensicht definitiv eine Lösung, über die man nachdenken kann!

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Auch bei LYNX ist das Handeln deutlich günstiger als beispielsweise bei der comdirect oder der Commerzbank. Was man allerdings bei LYNX bedenken sollte: Auf das LYNX-Depot eingezahlte Euros müssen erst mal in die Währung des jeweiligen Handelsplatzes umgetauscht werden. Wer beispielsweise die Apple-Aktie direkt in New York kaufen möchte, der muss in US-Dollar bezahlen – und die Umwandlung von Euro in Dollar schlägt mit ein paar Euro Gebühr zu buche (bei 1.000 Euro circa mit zwei bis drei Euro).

Selbstverständlich kann man sich seine Apple-Aktien auch mit dem LYNX-Depot in Deutschland kaufen und so von den günstigen Konditionen profitieren, ohne dabei den Währungswechsel bezahlen zu müssen. Und selbst wenn die Wechselgebühr anfällt: Bisher bin ich mit meinen LYNX-Käufen – trotz Wechselgebühr – immer günstiger gefahren als bei einem vergleichbaren Kauf bei der Commerzbank oder der comdirect.

Hinzu kommt, dass die Dividenden und Verkäufe natürlich ebenfalls in der lokalen Währung fließen. Im Fall von Apple erhalten wir unsere Dividende bei LYNX also in US-Dollar. Und die lässt sich selbstverständlich ohne erneuten Währungswechsel wieder in US-Unternehmen investieren.

Wer mindestens 1.000 US-Dollar Depotwert am Ende des Monats vorweisen kann, für den ist das LYNX-Depot kostenlos, selbst wenn ein paar Monate – oder gar Jahre – nicht gehandelt wird.

Fazit: Neben dem breiten Handelsuniversum bietet das LYNX-Depot attraktive Konditionen. Mit Neo-Brokern wie Trade Republic kann es zwar nicht mithalten, gegenüber den klassischen Depots hierzulande verfügt es allerdings über leichte Kostenvorteile.

Bleibt noch die comdirect – und hier muss ich sagen: Was die Kosten betrifft ist mir das comdirect-Depot inzwischen zu teuer, das gilt insbesondere für die Ordergebühren! Wer ausschließlich in Form von Einzelkäufen investiert, der fährt meiner Meinung nach mit einem der anderen beiden Depots deutlich besser.

Warum ich trotzdem ein comdirect-Depot habe? Das liegt ausschließlich an meinen "nicht-iShares-Sparplänen"! Denn verglichen mit meinem Commerzbank-Depot sind ETF-Sparpläne bei der comdirect deutlich günstiger. So bespare ich beispielsweise meine Xtrackers- oder Vanguard-ETFs bei der comdirect, weil ich hier "nur" jeweils 1,5 % Ordergebühr pro Sparplanausführung bezahle.

Da mein monatliches ETF-Volumen bei der comdirect nur etwas mehr als 100 Euro beträgt – was Gebühren von monatlich 1,50 Euro entspricht, habe ich hier bislang (noch) keinen Handlungsbedarf gesehen.

Fazit: Was die Gebühren betrifft, ist das comdirect-Depot das Schlusslicht in diesem Vergleich – allenfalls für ETF-Sparpläne kann es aus kostentechnischer Sicht Sinn machen. Allerdings nur dann, wenn das monatliche Volumen relativ niedrig ist. Ansonsten würde ich eher zu Flatrate-Brokern wie Scalable Capital für meine ETF tendieren.

Kriterium 3: Quellensteuer, Abgeltungssteuer und Co.

Das dritte Kriterium in diesem Depot-Vergleich sind die steuerlichen Aspekte. Wie wichtig dieser Punkt für den Einzelnen ist, muss jeder Anleger am Ende des Tages für sich selbst entscheiden. Mit zunehmender Depotgröße ist ein steuereffizientes Depot jedoch durchaus hilfreich – und möglichst einfach in der Umsetzung sollte es im besten Fall auch sein!

Lass uns in diesem Vergleich vor allem die Punkte "Abgeltungssteuer", "Freistellungsauftrag" und "Quellensteuer" genauer beleuchten. Für alle, die noch nicht solange mit der Börse zu tun haben, erkläre ich diese Begrifflichkeiten kurz, bevor ich unsere drei Depots in diesem Punkt gegenüber stelle.

Alle folgenden Ausführungen sind nicht als steuerliche Beratung zu verstehen und können aufgrund persönlicher Umstände im Einzelfall abweichen. Alle Angaben beziehen sich auf in Deutschland steuerpflichtige Privatinvestoren, Stand: Mitte Januar 2021.

Abgeltungssteuer: Sie wird auch als Kapitalertragssteuer bezeichnet und wird auf Zinseinnahmen, Dividenden und realisierte Kursgewinne fällig. Sie beträgt 25 % plus Solidaritätszuschlag plus – falls zutreffend – Kirchensteuer.

Freistellungsauftrag: (auch Sparerfreibetrag oder Pauschbetrag genannt) Jedem Privatanleger steht in der Regel ein Steuerfreibetrag von 801 Euro auf Kapitalerträge zur Verfügung. Bis zu dieser Grenze wird keine Abgeltungssteuer fällig. Wer diesen Betrag in Form eines Freistellungsauftrag bei seiner depotführenden Bank hinterlegt, dem werden Dividenden und Kursgewinne bis zur beantragten Grenze ohne Abgeltungssteuerabzug gutgeschrieben. Bei verheirateten Paaren (meines Wissens nach auch bei eingetragenen Lebenspartnerschaften) wird der Freibetrag zusammengelegt. Paaren steht also ein gemeinsamer Sparerfreibetrag von 1.602 Euro zur Verfügung.

Quellensteuer: Wer sich an ausländischen Unternehmen beteiligt – beispielsweise aus der Schweiz oder den USA – der muss damit leben, dass nicht nur die Abgeltungssteuer an den Bundesfinanzminister fällig wird, sondern das auch das "Quellland" die Hand aufhält. Also in unserem Beispiel die Schweiz oder die USA.

Ohne entsprechende Maßnahmen des Anlegers wird beispielsweise die Dividende der Apple-Aktie "doppelt" besteuert – zunächst durch die US-Quellensteuer, dann durch "unser" Finanzamt in Form der Abgeltungssteuer. In bestimmten Ländern ist allerdings – bis zu einer gewissen Grenze – eine Quellensteuerbefreiung oder eine Verrechnung dieser beiden Steuern möglich, was uns Privatinvestoren einer Steuerersparnis zwischen 5 % und 15 % ermöglichen kann.

Im nun folgenden gehe ich ausschließlich auf die Quellensteuer-Vorabbefreiung in den USA ein, da US-Aktien den Großteil ausländischer Aktien in deutschen Depots darstellen dürften.

comdirect LYNX Trade Republic
Freistellungsauftrag online nicht möglich per App
Abgeltungssteuer automatisch per Steuererklärung automatisch
Quellensteuer US-Aktien per Post automatisch automatisch

Quelle: eigene Erfahrungen bei den jeweiligen Anbietern

Das auf den ersten Blick "steuerunfreundlichste" Depot ist bei genauer Betrachtung das für viele Privatanleger günstigste Angebot unter meinen Depots – die Rede ist vom LYNX-Depot! Hauptgrund hierfür: Bei LYNX gibt es keine Abgeltungssteuer, denn LYNX hat seinen Sitz außerhalb Deutschlands. Es ist somit keine automatische Abgeltungssteuer möglich – und damit gibt es auch keinen Freistellungsauftrag bei LYNX.

Bevor ich auf den maßgeblichen Vorteil dieses Prozesses eingehe, kurz zum in meinen Augen einzigen Nachteils des LYNX-Depots bezüglich Steuern: Du musst deine Dividendenerträge beziehungsweise Kursgewinne jedes Jahr im Rahmen der Steuererklärung manuell ans Finanzamt schicken. Das hört sich jedoch dramatischer an, als es am Ende des Tages tatsächlich ist. Es wird ein vorgefertigtes Formular von LYNX zur Verfügung gestellt, das man ausdrucken und der Steuererklärung beilegen kann. Man selbst muss nur noch die gesamten Kapitalerträge daraus übernehmen und ins entsprechende Steuerformal eintragen – that's it. Alles in allem also nicht mehr als 10 bis 15 Minuten Aufwand pro Jahr.

Für diesen Aufwand profitiert man allerdings im Gegenzug von einem einzigartigen Vorteil – nämlich der Steuerstundung. Da beim LYNX-Depot kein automatischer Abgeltungssteuerabzug erfolgt, erhält man Dividenden und Gewinne aus Verkäufen – zunächst natürlich nur – steuerfrei gutgeschrieben! Bei innländischen Depots wird diese sofort beim Erhalt der Dividende fällig und wird entsprechend unmittelbar von der "Brutto-Dividende" abgezogen und ans Finanzamt überwiesen, wenn kein Freistellungsauftrag hinterlegt ist.

Natürlich müssen wir unsere Dividenden und Kursgewinne auch bei LYNX versteuern – aber eben erst mit der alljährlichen Steuererklärung. Und die kann erst bis zu eineinhalb Jahre nach Erhalt der entsprechenden Dividende oder Verkaufsgewinn fällig werden! In diesem Zeitraum kann unser Kapital – das normalerweise sofort an den Bundesfinanzminister geflossen wäre – weiter für uns arbeiten.

Ein einfaches Rechenbeispiel zeigt, dass sich durch diese Steuerstundung durchaus ein paar Euro im Jahr sparen lassen. Anleger A erhält zwischen Januar und Juni 2021 insgesamt 300 Euro an Dividenden und realisiert Kursgewinne in Höhe von 1.000 Euro. Seine Steuer muss er allerdings erst im Juni 2022 bezahlen, weil er seine Steuererklärung für das Jahr 2021 erst im Mai 2022 abgegeben hat.

Steuerpflichtiger Betrag 1.300 Euro
Abgeltungssteuer, "gestundete Steuerlast" * 325 Euro
Zinssatz, mit dem der eingesparte Betrag weiterarbeitet 5 %
erhaltene Zinsen auf den gestundeten Betrag bis zur Fälligkeit der Steuer 16,25 Euro

* der Einfachheit halber habe ich mit einem Steuersatz von 25 % gerechnet

Da Anleger A den Gewinn ohne Steuern zu bezahlen sofort wieder anlegen kann, arbeiten die 325 gestundeten Euro ein Jahr lang für Anleger A weiter. Bei innländischen Brokern wären diese 325 Euro sofort fällig gewesen und könnten deshalb nicht für ihn arbeiten. Mit dem LYNX-Depot erzielt Anleger A bis zur Fälligkeit der Steuer einen Vorteil von 16,25 Euro. Je größer das Depot wird, desto größer fällt der Effekt der Steuerstundung in Euro gerechnet aus.

LYNX-Depot Freistellungsauftrag, Quellensteuerbefreiung

Quelle: Thomas Brantl, um ein paar Euro Steuern zu sparen, muss man sich nicht im Wald verstecken – auch mit einem Depot bei LYNX lässt sich die Steuerlast optimieren!

Es macht also durchaus Sinn, über ausländische Broker wie LYNX nachzudenken, da man nur so in den Genuss der Steuerstundung kommt. Keine Angst – auch wenn LYNX ein ausländischer Broker ist: Sowohl der Service als auch das Interface sind komplett deutschsprachig. Auch ohne Englischkenntnisse kann man das LYNX-Depot also problemlos nutzen.

Auch was die rückforderbare Quellensteuer aus den USA betrifft, ist das LYNX-Depot das kundenfreundlichste meiner Depots. Denn bei LYNX wird das zur Verrechnung der US-Quellensteuer erforderliche W-8BEN-Formular automatisch im Zuge der Depoteröffnung eingereicht. Das bedeutet, dass man von Anfang in den Genuss einer möglichst niedrigen Quellensteuer in den USA kommt – ohne dafür auch nur einen Finger krumm machen zu müssen.

Wer nicht davor zurück scheut, einmal im Jahr ein paar Seiten für die Einkommensteuererklärung auszudrucken, der findet in LYNX ein aus steuertechnischen Gründen betrachtet äußerst vorteilhaftes Depot für Privatanleger. Ein nicht zu unterschätzender Aspekt, insbesondere wenn man relativ häufig Gewinne realisiert oder zahlreiche Dividendenaktien im Depot hat – wie zum Beispiel REITs.

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Als inländischer Broker zieht Trade Republic die Abgeltungssteuer sofort von den Verkaufsgewinnen und Dividenden ab – so wie man das von einem ganz normalen, deutschen Depot eben kennt. Das gilt selbstverständlich nur für Beträge oberhalb des Sparerfreibetrags, den man bei Trade Republic problemlos und bequem per App hinterlegen kann. In den Vorteil der Steuerstundung kommen wir also mit dem Trade Republic-Depot leider nicht, trotzdem ist die Handhabung des Themas "Steuern" bei Trade Republic sehr komfortabel und einfach.

Trade Republic Quellensteuer, Quellensteuer zurückfordern, Jahressteuerbescheinigung Trade Republic

Quelle: Thomas Brantl, bei Trade Republic wird einem das Thema "Steuern" sehr leicht gemacht

Das gilt umso mehr, als das bei Trade Republic kein W-8BEN-Formular ausgefüllt werden muss, um in den Genuss einer verrechenbaren US-Quellensteuer zu kommen – das erledigt Trade Republic im Zuge der Depoteröffnung für uns! Das bedeutet, dass man sich bei Trade Republic nicht um die Quellensteuer aus den USA kümmern muss. So geht von der ersten Sekunde an kein unnötiger Cent an den Fiskus – egal ob in Deutschland oder in den USA. Ein schöner Service von Trade Republic, der das Thema Quellensteuer USA für uns Anleger sehr einfach in der Handhabung macht.

Auch die Ausstellung der Jahressteuerbescheinigung wird bei Trade Republic sehr komfortabel gehandhabt: Wir Anleger erhalten sie bequem in unserem Profil zur Verfügung gestellt, können sie herunterladen und für die Steuer ausdrucken. Wer Push-Mitteilungen aktiviert hat, der wird sogar vom Smartphone informiert. Jahressteuerbescheinigung Trade Republic: Check!

Das Thema Steuern wird bei Trade Republic sehr kundenfreundlich gestaltet. Man muss lediglich – falls verfügbar – seinen Freistellungsauftrag hinterlegen, alles andere – wie die Quellensteuer aus den USA – wird von Trade Republic erledigt. Ein netter Service, den man von einem Low-Cost-Broker nicht unbedingt erwarten würde.

Was die Abgeltungssteuer und den Freistellungsbetrag betrifft, läuft das Thema "Steuern" bei der comdirect genauso ab wie bei Trade Republic – hier gibt es keine Unterschiede. Die US-Quellensteuer hingegen lässt sich bei der comdirect nur manuell reduzieren – nämlich per W-8BEN-Formular. Dieses zur Quellensteuerbefreiung notwendige, englischsprachige Formular muss entweder per Post oder Mail an die comdirect geschickt werden.

Neben diesem Blog schreibe ich auch für fool.de – hier geht's zu meinen Beiträgen!

Übrigens muss auch bei der Commerzbank zur Reduzierung der Quellensteuer ein ausgefülltes W-8BEN-Formular manuell an die Bank zurückschickt werden.

Was Steuern betrifft sind sich die comdirect und Trade Republic ziemlich ähnlich. Einzig das Thema Quellensteuer aus den USA ist bei der comdirect etwas schwieriger zu handhaben, weil man hier selbst aktiv werden muss. Dies ist jedoch nur für Anleger interessant, die Dividenden von US-Aktien erhalten. ETFs beispielsweise haben ihr Fondsdomizil meist in Irland. Hier wird für deutsche Staatsangehörige keine Quellensteuer fällig.

Mein Fazit zum Duell Trade Republic vs comdirect vs LYNX

Wer ein bisschen zwischen den Zeilen gelesen hat, der wird kaum davon überrascht sein, dass mir zwei Depots besonders gut gefallen – nämlich das LYNX-Depot und das Trade Republic-Depot. LYNX schätze ich vor allem für sein breites Handelsuniversum und die steuerlichen Vorzüge.

Trade Republic verfügt über ein besonders benutzerfreundliches Interface und ist bezüglich der Kosten sehr attraktiv. Über kurz oder lang wird sich daher ein Großteil meiner Aktien und ETFs in diesen beiden Depots wiederfinden.

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In meinem comdirect-Depot werden aktuell lediglich meine "Nicht-iShares-ETF" bespart, was aktuell einem monatlichen Umfang von rund 100 Euro entspricht. Die daraus resultierende Gebühr von 1,50 Euro pro Monat bot mir bisher zu wenig Einsparpotential, als dass ich mich auch für das comdirect-Depot nach einer attraktiveren Alternative umgeschaut hätte.

Sollte meine Sparquote bei meinen "Nicht-iShares-ETF" allerdings im Laufe der Zeit steigen, dann würde ich mich auch hier nach einer besseren – vor allem einer günstigeren – Alternative umschauen. Denn sowohl bezüglich der Leistungen, als auch mit Blick auf die Kosten ist das comdirect-Depot meiner Meinung nach nicht mehr zeitgemäß. Das zeigt vor allem der Vergleich mit Trade Republic sehr deutlich!

 

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Disclaimer

Für diesen Beitrag gilt – wie für alle „Aktien für jedermann“-Beiträge – der folgende Disclaimer. Bitte lies ihn dir aufmerksam durch und beachte die darin enthaltenen Ausführungen.

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Um mir einen groben Überblick über die Kennzahlen eines Unternehmens zu verschaffen, nutze ich hauptsächlich finanzen.net und YAHOO! Finance. Mein Favorit unter den ETF-Portalen ist justETF (unbezahlte Werbung).


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