Henkel-Aktie kaufen oder verkaufen? Was ich mit meinen Henkel-Aktien jetzt mache

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Viele deutsche Aktien habe ich nicht in meinem Depot. Eine der größten deutschen Positionen war bisher die Henkel-Aktie. Ich sah in ihr eine der wenigen deutschen Value-Aktien und war eigentlich positiv gestimmt was diese Aktie betrifft. In den letzten Monaten stellte ich mir jedoch häufiger die Frage, ob ich die Henkel-Aktie heute noch kaufen würde. Oder ob ich sie nicht vielleicht sogar verkaufen soll!

Was heute für die Henkel-Aktie spricht – und was dagegen –  erfährst du in diesem Beitrag. Und natürlich verrate ich dir am Ende des Artikels, ob ich mich von meinen Henkel-Aktien getrennt habe oder nicht.

Henkel-Aktie kaufen oder verkaufen?

Quelle: Thomas Brantl

Ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen dieses Beitrags!

Blick in die Vergangenheit: Deutsche Value-Aktie oder Rohrkrepierer?

Die Henkel-Aktie genießt den Ruf einer deutschen Value-Aktie: Stabiles Geschäftsmodell, bekannte Produkte und eine beeindruckende Dividendenhistorie lassen das Herz von Value-Investoren höher schlagen. Auf den ersten Blick! Denn die Performance der Henkel-Aktie hatte in den letzten Jahren wenig mit Value zu tun. Jede Aktie, die ich ernsthaft für mein Depot in Betracht ziehe, muss das Potential haben, einen breit gestreuten Welt-ETF zu schlagen. An dieser Hürde scheiterte die Henkel-Aktie in den letzten zehn Jahren kläglich.

Henkel-Aktie * iShares MSCI World Core
Performance letzte  3 Jahre – 11,47 % + 41,53 %
Performance letzte  5 Jahre – 1,00 % + 81,51 %
Performance letzte 10 Jahre + 142,15 % + 211,99 %

Quelle: finanzen.net, onvista.de, Stand: 21.05.2021

* inklusive Dividenden (nicht reinvestiert)

Aufgrund seiner breiten Streuung ist ein weltweit investierender ETF wie der iShares MSCI World Core-ETF weniger risikobehaftet als eine Einzelaktie. Immerhin enthält dieser ETF knapp 1.600 Unternehmen! Im Umkehrschluss muss jede Einzelaktie das Potential haben, einen solchen ETF zu schlagen. Wenn eine Einzelaktie genauso gut performt wie ein Welt-ETF, dann stecke ich mein Geld in den ETF: Gleiche Rendite, weniger Risiko.

In den letzten zehn Jahren blieb die Henkel-Aktie deutlich hinter dem iShares MSCI World Core-ETF zurück. Gemäß meiner Definition war sie damit ein schlechtes Investment. Der Blick in den Rückspiegel fällt bei der Henkel-Aktie somit ernüchternd aus: Keine Spur von Value oder einer außergewöhnlichen Performance! Wer darüber nachdenkt, die Henkel-Aktie zu kaufen oder zu verkaufen, der sollte diesen Aspekt auf jeden Fall berücksichtigen. Da die Entwicklung der Vergangenheit nichts über die Zukunft aussagt, werfe ich im nächsten Schritt einen genaueren Blick auf das Unternehmen hinter der Henkel-Aktie: Vielleicht irrt sich die Börse ja was die Henkel-Aktie betrifft!

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Henkel-Aktie kaufen oder verkaufen? Das steckt hinter Henkel

Wahrscheinlich kennst du die Produkte von Henkel – oder nutzt sie sogar selbst! Egal ob Haarshampoo von Schwarzkopf, Waschmittel von Persil oder Pritt-Klebestift – all diese Produkte stammen aus dem Henkel-Konzern. Die Bekanntheit dieser Güter des täglichen Bedarfs stellt den für mich größten Wettbewerbsvorteil von Henkel dar. Wir Verbraucher greifen lieber zu den Produkten, die wir kennen – auch wenn die ein paar Cent teurer sind. Für Henkel bedeutet das höhere Margen und am Ende des Tages mehr Gewinn. So konnte Henkel trotz Corona-Pandemie eine operative Marge von über 10 % erwirtschaften – eine starker Wert.

Umsatzwachstum 2016 – 2020 + 0,7 % p.a.
Gewinnwachstum 2016 – 2020 – 7,5 % p.a.
operative Marge 2020 13,4 %
Eigenkapitalquote 59,1 %
Ausschüttungsquote 43,4 %

Quelle: Henkel Investor Relations

Der Wettbewerbsvorteil der starken Marken spricht also schon mal dafür, die Henkel-Aktie eher zu kaufen als zu verkaufen. Auch die hohe Eigenkapitalquote von knapp 60 % ist ein Pluspunkt für die Henkel-Aktie. Das Unternehmen steht auf einem äußerst soliden Fundament, was für eine niedrige Zinsbelastung und finanziellen Spielraum sorgt. Einer der Gründe für diese stabile Bilanz ist die Tatsache, dass sich Henkel nach wie vor im Familienbesitz befindet. Familie Henkel besitzt über 60 % aller Aktien und verfügt damit über die Stimmmehrheit (Quelle: finanzen100.de). Bedeutet: Die Familie kann eigentlich machen was sie will! Diese "Freiheit" nutzten die Henkels bisher, um das Unternehmen auf langfristigen Erfolg auszurichten. Kurzfristige Ereignisse wie Quartalszahlen spielten eine untergeordnete Rolle. Ich liebe es, in solch langfristig ausgerichtete Unternehmen zu investieren, weshalb ich mir vor einigen Jahren meine ersten Henkel-Aktien kaufte.

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Der Blick auf die Zahlen der letzten Jahre zeigt, dass nicht nur der Aktienkurs von Henkel vor sich hindümpelt. Auch das operative Geschäft schwächelt – übrigens schon vor der Corona-Pandemie. Die Ausrede "Corona" lasse ich daher nicht zählen. Ein Grund für schwache Performance bei Henkel sehe ich im Management. Seit Kasper Rorsted das Unternehmen in Richtung Adidas verließ, versuchten sich zwei CEOs in nur fünf Jahren an Henkel. Zunächst übernahm Hans van Bylen – leider wenig erfolgreich. Mit seinem Amtsantritt verschlechterten sich die Ergebnisse rapide – und mit ihnen der Aktienkurs!

Im Dezember 2019 zog der Henkel-Aufsichtsrat die Reißleine und trennte sich von van Bylen. Sein Nachfolger Carsten Knobel ist bis heute Vorstandsvorsitzender von Henkel. Bisher gelang auch Knobel die Trendwende nicht, jedoch war seine Amtszeit von der Corona-Pandemie geprägt. Ich möchte daher kein vorschnelles Urteil über Carsten Knobel und seine Manager-Fähigkeiten fällen. Ein Punkt in seiner Vita gefällt mir jedoch definitv nicht: Er ist kein Mann der Produkte! Zwar arbeitet er seit vielen Jahren im Henkel-Konzern, was ich generell super finde. Während seiner gesamten Laufbahn war er jedoch fast ausschließlich in Finanz- beziehungsweise Controlling-Abteilungen tätig.

Ich will Knobel nicht zu nahe treten, jedoch kenne ich kein erfolgreiches Unternehmen, das ein Zahlenjongleur an die Spitze führte! Zumindest kein Unternehmen außerhalb der Finanzbranche. Entsprechend skeptisch bin ich, ob Knobel Henkel zurück in die Erfolgsspur führen kann. Die meiner Meinung nach schlechte Besetzung des CEOs-Postens ist für mich der Hauptgrund für die schwache Performance der Henkel-Aktie. Und aktuell sieht es nicht danach aus, als würde sich an diesbezüglich demnächst etwas ändern.

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Quelle: Thomas Brantl, mein Blick beim Gedanken an die aktuelle Entwicklung bei Henkel

Fazit: Wir haben uns die positiven sowie die negativen Aspekte der Henkel-Aktie angeschaut. Die entscheidende Frage lautet, wie wir diese Faktoren bewerten. Butter bei dir Fische – sollte man die Henkel-Aktie kaufen oder verkaufen?

Henkel-Aktie kaufen oder verkaufen: Das mache ich jetzt

Ein Blick auf das Geschäftsmodell und die Zahlen zeigt, dass Henkel ein Unternehmen mit einem starken Wettbewerbsvorteil ist. Gleichzeitig verfügt Henkel über eine grundsolide Bilanz und attraktive Margen. Meiner Meinung nach gibt es definitiv schlechtere Unternehmen, in die man sein Geld stecken an.

Die Art und Weise wie der Vorstandsposten in letzter Zeit besetzt wurden gefällt mir hingegen nicht. Wer außergewöhnliches Wachstum erzielen möchte, der braucht meiner Meinung nach Männer (oder Frauen) des Produktes an der Konzernspitze. So wie Steve Jobs bei Apple, Jen-Hsun Huang bei NVIDIA oder Reed Hastings bei Netflix. Das ist bei Henkel definitiv nicht der Fall.

Entsprechend fehlt mir bei der Henkel-Aktie die Perspektive, einen World-ETF dauerhaft deutlich outzuperformen. Die Frage "Henkel-Aktie kaufen oder verkaufen" beantwortete ich daher mit "Verkaufen": Ich habe mich im Mai von all meinen Henkel-Aktien getrennt – für mich zählt die Henkel-Aktie nicht zur Kategorie "deutsche Value-Aktien"! Einen Teil des Erlöses habe ich übrigens in einen World-ETF  gesteckt.

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Disclaimer

Für diesen Beitrag gilt – wie für alle „Aktien für jedermann“-Beiträge – der folgende Disclaimer. Bitte lies ihn dir aufmerksam durch und beachte die darin enthaltenen Ausführungen.

Ich besitze keine Aktien von Henkel (Stand: 29.05.2021).

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