Die beste Dividenden-Aktie im DAX? Meine Prognose für die Vonovia-Aktie

Die beste Dividenden-Aktie im DAX? Meine Prognose für die Vonovia-Aktie

Hinter der Vonovia-Aktie steckt der größte Immobilienkonzern Europas – und eine der ausschüttungsstärksten Dividenden-Aktien des DAX. Im Portfolio des Unternehmens befinden sich über 550.000 Wohnungen – verteilt über ganz Europa. Alles über das Geschäftsmodell, die Dividende und meine Prognose für die Vonovia-Aktie erfährst du in dieser Aktienanalyse. Ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen!

Dividenden-Aktien DAX, Investorensteckbrief Thomas Brantl

1. Das Geschäftsmodell hinter der Vonovia-Aktie

Kleiner Hinweis zu Beginn: Zwar führe ich die Vonovia-Aktie in meiner REITs-Liste, jedoch hat das Unternehmen keinen REIT-Status. Deutschen Immobilien-Aktien mit REIT-Status ist es nicht erlaubt, in Bestands-Wohnimmobilien zu investieren, die vor 2007 erbaut wurden. Das würde das Geschäft von Vonovia stark einschränken, was weder im Sinne des Unternehmens noch von Investoren wäre.

Lass uns nun aber zum Geschäftsmodell von Vonovia kommen. Wie eingangs erwähnt vermietet das Unternehmen hauptsächlich Immobilien zu Wohnzwecken. Im Durchschnitt haben die Wohnungen des Konzerns eine Wohnfläche von 63 Quadratmeter. Vonovia begann in Deutschland (Anteil am Gesamtportfolio circa 80 Prozent), wo es mittlerweile in allen Regionen der Republik vertreten ist. Im Laufe der Jahre erweiterte das Unternehmen seine Geschäftstätigkeit auf Schweden (15 Prozent) und Österreich (5 Prozent) ausgeweitet. Das Portfolio fokussiert sich auf Ballungsgebiete mit guter demografischer Struktur und einer Entwicklung, bei der Einwohner zuziehen. Berlin bildet den Schwerpunkt im Vonovia-Portfolio.

Dividenden-Aktien DAX, Mietwohnungen Berlin

Quelle: canva.com

Wie eingangs erwähnt ist Vonovia leider kein REIT und verfügt daher nicht über deren steuerlichen Privilegien. Gleichwohl funktionieren sowohl das Geschäftsmodell als auch die Bilanzierung auf die gleiche Weise wie bei REITs, was eine Vergleichbarkeit ermöglicht. Insbesondere Investitionen, Abschreibungen und deren Auswirkungen auf Gewinn, Cashflow und die Dividende unterliegen den gleichen, buchhalterischen Dynamiken. Wie bei REITs sollten wir bei Vonovia auch den FFO (Funds From Operations) anstelle des Gewinns betrachten. Einziger Unterschied zu einem REIT ist, dass deutsche Immobilien-Aktien ohne REIT-Status nicht verpflichtet sind, einen bestimmten Anteil des FFOs in Form von Dividenden an seine Aktionäre auszuschütten.

Beim Geschäftsbetrieb setzt Vonovia laut eigenen Angaben stark auf Standardisierung, Industrialisierung und Prozessoptimierung, wodurch Kostenvorteile und Synergieeffekte erzielt werden. Laut eigenen Angaben würden sich die Verwaltungskosten auf niedrige 0,02 Prozent belaufen – verglichen mit 0,5 - 1 Prozent Verwaltungsgebühren bei klassischen Immobilienverwaltungen. Die Kosten pro Einheit wurden von 830 Euro im Jahr 2013 auf 343 Euro im Jahr 2021 gesenkt. Hier wirkten sich die Skalierungseffekte also bereits positiv aus. Je mehr Wohnungen der Konzern verwaltet, umso stärker sinken die anteiligen Verwaltungs- und Finanzierungskosten je Einheit und desto größer fallen die Rabatte bei zugekauften Produkten und Dienstleistungen aus.

Name Vonovia SE
Hauptsitz Bochum, Deutschland
WKN / ISIN / Ticker A1ML7J / DE000A1ML7J1 / VNA
Dividendenrendite 4,62 %
aktueller Kurs 35,37 Euro

Quelle: finanzen.net, Stand: 08.06.2022

Das Immobilien-Portfolio kann ein beachtenswertes Wachstum aufweisen, welches konsequent durch große und kleine Übernahmen vorangetrieben wird. Historisch stammt der Ursprungsbestand der Wohnungen aus dem Aufkauf von Bausiedlungen aus öffentlicher Hand, beispielsweise von Eisenbahnerwohnungen, die aus der Privatisierung von Eigentum der Deutschen Bahn in private Hand gegeben wurden. Anschließend übernahm Vonovia ganze Wohnungsbaugesellschaften wie Gagfah und Viterra. In den letzten Jahren ist neben Deutschland auch Schweden in den Fokus gerückt. Aktuell steht die spektakuläre Fusion mit der Deutschen Wohnen an, die zwar politischen und gesellschaftlichen Gegenwind erlebt, die Vonovia aber zu einem absoluten Giganten machen könnte. Zwar ist der Zusammenschluss noch nicht abgeschlossen, wird aber für Januar 2023 erwartet. Insgesamt wird das Vonovia-Portfolio durch diese Übernahme um über 300.000 Wohnungen wachsen.

Die Zukunftsentwicklung der Vonovia-Aktie hängen stark von der Entwicklung der Zinsen und der Immobilienpreise ab. Zinsen und Häuserpreise hängen gewissermaßen voneinander ab, können sich aber bei einer Aktie voneinander abkoppeln. Einerseits verursachen steigende Zinsen sinkende Immobilienpreise, da Häuslebauer und Investoren schwerer mit Finanzierungen tun oder die Rendite sinken. Andererseits ist die Vonovia-Aktie eine Firma und eben nicht eine reine Immobilie. Somit kann die Zinsentwicklung Auswirkungen auf Gewinn und Cashflow haben – selbst wenn die Immobilienpreise stabil sein sollten. Genau dies scheint derzeit zu passieren – oder zumindest im Aktienkurs eingepreist zu sein. In den ersten Monaten des Jahres 2022 fiel die Vonovia-Aktie um 38 Prozent, obwohl die Immobilienpreise sich in Deutschland weiterhin positiv entwickeln.

Vonovia-Aktie Prognose

Quelle: canva.com

Für eine Immobilien-Aktie ist jedoch nicht zwingend der Buch- oder Marktwert des Portfolios von Bedeutung, sondern eher Gewinn und Cashflow. Deren Anfälligkeit für steigende Zinsen hängt von dem Grad der Verschuldung und der Relation zum Gewinn ab. Mehr dazu im Abschnitt „Kennzahlen“. Die Einnahmeseite von Vonovia sollte grundsätzlich positiven Faktoren unterliegen. Sinkende Umsätze wären hier nur denkbar, wenn Wohnungen leer stehen würden. Im Moment beträgt der Leerstand lediglich 2,2 Prozent. Höhere Leerstände erwarte ich angesichts des Wohnungsmangels in den Ballungsräumen nicht. Auch fallende Mieten halte ich für eher unwahrscheinlich – schon gar nicht bei der aktuell hohen Inflation. Gefährlich für die Einnahmen könnte höchstens die in einigen Städten befürwortete Mietpreisbremse und der politische wie gesellschaftliche Gegenwind werden.

Risiken für den Gewinn sehe ich eher auf der Ausgabenseite – vor allem durch steigende Kosten. Hier könnte sich der Zinsanstieg sowie Preissteigerung und Lieferengpässe bei Baumaterialien auswirken. Mich persönlich würde es nicht überraschen, wenn wir in den kommenden Jahren weiteres Wachstum durch Übernahmen erleben würden. Da Vonovia trotz seiner Größe bezogen auf den gesamten deutschen Immobilienmarkt nur einen kleinen Anteil hält, sollte auch nach der Übernahme der Deutschen Wohnen weitere Akquisitionen möglich sein. Dennoch wird Vonovia aus kartellrechtlichen Gründen wohl vorerst keine weiteren Deals in dieser Größenordnung anstreben und sich eher auf Zukäufe kleinerer Immobilienunternehmen beschränken.

Laut Unternehmensangaben hält man auf jeden Fall weiterhin Ausschau nach guten Gelegenheiten, zum Beispiel in Frankreich und den Niederlanden. Nochmal zurück zur Deutsche Wohnen-Übernahme: Im Zuge dieses Zukaufs erwartet Vonovia Synergieeffekte in Höhe von 105 Millionen Euro, erstmalig ab dem Jahr 2024. Neben dem Wachstum durch Übernahmen wächst die Vonovia auch organisch. Wachstum kann hierbei einerseits durch Mieterhöhungen und andererseits durch Neubauten und Modernisierungen erfolgen, was aktuell zu einem organischen Wachstum von 3,8 Prozent pro Jahr führt. Dieses setzt sich aus 1,6 Prozent Mietsteigerungen, 1,6 Prozent durch Modernisierungen und 0,6 Prozent durch Neubauten zusammen.

Der Anstieg der Energiepreise bedeutet im ersten Schritt übrigens kein zusätzliches Risiko für Vonovia, da diese der Mieter zahlt. Allerdings verschlechtert dies zusammen mit den Inflationskosten für die Lebenshaltung die Zahlungsfähigkeit der Mieter. Eine Zunahme von Zahlungsausfälle und Druck auf Mietpreissteigerungen könnten entstehen, allerdings ist dies bisher nicht erkennbar.

Mein Fazit zum Geschäftsmodell der Vonovia-Aktie

Während sich die meisten REITs auf Bürogebäude und andere gewerbliche Immobilien konzentrieren, kommen mit der Vonovia-Aktie Mietwohnungen ins Portfolio. Die Aktie ist zur Diversifizierung eines REIT-Portfolios also bestens geeignet. Auch für Investoren, die lieber über Aktien in Immobilien investieren, anstatt selbst zum Vermieter zu werden, könnte diese deutsche Immobilien-Aktie interessant sein. Weil man die Preise für Wohnimmobilien aus seinem privaten Umfeld meist besser einschätzen kann als die für Bürotürme, Hotels oder Logistik-Hallen werden private Anleger die Vonovia-Aktie transparenter bewerten können.

Das Geschäftsmodell zeichnet das Bild eines dominanten Players und Marktführers auf, der schnell wächst. Da Wohnraum aktuell knapp ist und bis auf weiteres bleiben wird, macht das Geschäftsmodell von Vonovia einen äußerst attraktiv Eindruck auf mich. Beste Vorrausetzungen also für eine der ausschüttungsstärksten Dividenden-Aktien im DAX!

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2. Das Management – wer steht an der Spitze dieser Dividenden-Aktie?

Vonovia verfügt über ein Team von gut vernetzten Managern. Bei den führenden Köpfe in der Hauptzentrale handelt es sich teilweise klassische Immobilien-Leute, die vorher bei anderen Wohnungsbaugesellschaften arbeiteten. Dazu kommen Vorstände, die vor ihrer Tätigkeit bei Vonovia im Investmentbanking-Bereich tätig waren.

An der Spitze von Vonovia steht seit mehr als 13 Jahren CEO Rolf Buch. Er gilt daher aus Hauptverantwortlichen für die Erfolgsgeschichte, die diese deutsche Immobilien-Aktie in den letzten Jahren schrieb. Er verantwortete alle großen Akquisitionen und war für deren Integration verantwortlich. Er ist Mitglied in diversen Verbänden und Ausschüssen der deutschen Immobilienwirtschaft und somit bestens vernetzt.

Vonovia-Management Rolf Buch

Quelle: Vonovia

Mein Fazit zum Management unserer deutschen Immobilien-Aktie

Das Vonovia-Management war in den letzten Jahren extrem erfolgreich und machte aus einem durchschnittlichen Immobilienkonzern einem europaweiten Champion. Der Vertrag von Rolf Buch läuft bis 2028, es könnten uns also noch einige erfolgreiche Jahre unter seiner Führung bevorstehen. Mich jedenfalls überzeugt das Management von Vonovia, hier wird wirklich großartige Arbeit geleistet.

3. Die Kennzahlen der Vonovia-Aktie

Im Geschäftsjahr 2021 erzielte Vonovia einen FFO – das ist so etwas wie der operative Gewinn von Immobilienaktien – in Höhe von knapp 1,7 Milliarden Euro, was einem Wachstum von 24 Prozent verglichen mit dem Vorjahr entspricht. Dies lag jedoch auch an der Übernahme der Deutschen Wohnen. Wenn wir die Übernahme heraus rechnen, beträgt das Wachstum beim FFO je Aktie noch knapp 14 Prozent.

Umsatzwachstum letzte 5 Jahre + 9,1 % p.a.
Wachstum FFO je Aktie letzte 5 Jahre + 5,7 % p.a.
Dividendenwachstum letzte 5 Jahre + 9,6 % p.a.
Kursentwicklung letzte 5 Jahre * + 11,0 % p.a.

Quelle: aktien.guide, finanzen.net, Stand: Geschäftsjahr 2021

* Dividenden unberücksichtigt

Für eine Immobilien-Aktie wächst Vonovia ziemlich schnell, was sich vor allem in der Kurs- sowie in der Dividendenentwicklung wieder spiegelt. Im Zuge der Deutsche Wohnen-Übernahme mussten allerdings neue Aktien ausgegeben werden, was sowohl die Dividende als auch den FFO je Aktie verwässert. Nur deshalb ist das Wachstum beim FFO je Aktie in den letzten fünf niedriger als die anderen Werte in der Tabelle. Der "absolute" FFO wuchs wie erwähnt deutlich schneller.

Anzahl ausstehende Aktien Vonovia

Quelle: aktien.guide

Die Nettoverschuldung ist im Verhältnis zum EBITDA mit dem 14,4-fachen hoch, was für Immobilien-Aktien jedoch nicht ungewöhnlich ist. Beim Zinsdeckungsgrad zeigt sich jedoch, dass Vonovia trotzdem robust aufgestellt ist: Der FFO deckt die Zinslast um mehr als das vierfache – ein grundsolider Wert für Immobilien-Aktien. 

Eigenkapitalquote 2021 34,4 %
Zinsdeckungsgrad FFO 2021 4,1

Quelle: aktien.guide, Vonovia Investor Relations, Stand: 31.12.2021

Mein Fazit zu den Vonovia-Kennzahlen

Vonovia weist solide und robuste Kennzahlen auf. Die Verschuldung ist hoch, bewegt sich aber im für Immobilien-Aktien normalen Bereich. Das Unternehmen wächst schnell, was in der Vergangenheit zu einer schnell wachsenden Dividende führte. Beste Vorrausetzungen also, um zu den attraktivsten Dividenden-Aktien im DAX zu gehören.

Mein DepotTipp für die Vonovia-Aktie: Trade Republic

Deutsche Aktien – insbesondere DAX-Aktien wie Vonovia – kaufe ich mittlerweile ausschließlich mit der Trade Republic-App, weil

  • die Spreads zwischen 15:30 und 18:30 genauso niedrig sind wie zum Beispiel bei der comdirect
  • die App sehr übersichtlich und intuitiv bedienbar ist
  • ich mit Trade Republic statt knapp 10 Euro bei der Commerzbank oder der consorsbank nur einen Euro Ordergebühr zahle
  • die Depotführung kostenlos ist und es auch sonst keine versteckten Kosten gibt

Gute Nachrichten für alle, die noch kein Trade Republic-Depot haben: Wenn du dich über die folgende Schaltfläche (*) bei Trade Republic registriert, erhältst du eine Gratis-Aktie!

4. Die Vonovia-Dividende: Die beste Dividenden-Aktie im DAX?

Vonovia zahlte zuletzt eine Dividende in Höhe von 1,66 Euro je Aktie. Wie bei deutschen Immobilien-Aktien üblich fließt die Dividende einmal jährlich auf das Konto der Aktionäre. Die Payoutratio der letzten 3 Jahre liegt bei grundsoliden gut 40 Prozent des Gewinns, so dass wir für die Dividendenzahlung davon ausgehen können, dass sie auch bei mittleren Ergebnisschwankungen weiterhin stabil ausgezahlt werden kann.

Dividenden-Aktien DAX, Vonovia-Aktie

Quelle: aktien.guide

Auch bezogen auf den FFO je Aktie sieht die Payout-Ratio mit einem Wert von 77,2 Prozent ziemlich solide aus – alles im grünen Bereich. Die Dividendenhistorie von Vonovia ist makellos: Seit Entstehung des Unternehmens gab es nicht ein einziges Jahr, in dem die Dividende nicht erhöht wurde. Auch für das Geschäftsjahr 2021 konnten sich die Aktionäre über eine Steigerung von 5 Prozent freuen.

 

Vonovia-Aktie Dividendenhistorie

Quelle: aktien.guide

Mein Fazit zur Vonovia-Aktie Dividende

Obwohl Vonovia nicht über den REIT-Status verfügt und somit an keine Mindestausschüttungen gebunden ist, kommt diese deutsche Immobilien-Aktie mit einer hohen Dividendenrendite daher, die sich vor REITs nicht verstecken muss. Zu den Dividenden-Aktien im DAX mit den höchsten Dividendenrenditen gehört sie ohnehin.

Natürlich ist die aktuell überdurchschnittlich hohe Rendite auf den zuletzt stark gefallenen Aktienkurs zurückzuführen. In der Vergangenheit war die Aktie stets so teuer, dass es praktisch nie Renditen von 5 Prozent oder mehr mit der Vonovia-Aktie zu holen gab. Bei der überdurchschnittlich hohe Dividendenrendite könnte es sich um ein erstes Indiz für eine günstige Bewertung handeln...

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5. Die Bewertung – meine Vonovia-Aktie Prognose

Die Vonovia-Aktie hat seit August 2021 starke Kursverluste hinnehmen müssen und wird inzwischen deutlich unterhalb ihres Corona-Tief gehandelt. Insgesamt betrugt das Minus seit dem Allzeithoch in der Spitze 38 Prozent. Optisch haben wir es also mit einer günstigen Aktie zu tun. Lass uns prüfen, ob das wirklich so ist.

Wann immer es mir möglich ist, versuche ich ein börsennotiertes Immobilienunternehmen mit den realen Immobilienpreisen zu vergleichen, die ich aus unserem Umfeld hierzulande kenne. Auf diese Weise kann man schnell erkennen, ob eine Aktie ihren Bestand fair bewertet oder ob dies von realen Gegebenheiten abgekoppelt ist.

Im Falle von Vonovia breche ich dazu den Gesamtbestand auf vergleichbare Durchschnittswerte für eine Wohnung herunter. Vonovia hält 413.967 Wohnungen (ohne Deutsche Wohnen), welche eine Wohnfläche von 264.445.000 Quadratmeter aufweisen. Pro Wohnung ergibt dies also eine Wohnfläche von 63,88 Quadratmeter. Vonovia bewertet seinen Gesamtbestand mit 64,78 Milliarden Euro, was einem Wert pro Wohnung von 156.493 Euro entspricht. Der Praxisvergleich zeigt: Wenn du den Preis von 156.493 Euro für eine 64,78 Quadratmeter-Wohnung mit realen Immobilienpreisen vergleichst, wirst du feststellen, dass der Buchwert der Vonovia-Immobilien deutlich unterhalb des realen Wertes liegt. Bedenke: Die meisten Wohnungen von Vonovia befinden sich in teueren Ballungszentren!

deutsche Immobilien-Aktien, Bewertung Vonovia-Aktie

Quelle: canva.com

Um die Bewertung ins Verhältnis zum Ertrag zu setzen, wende ich die Logik des PEG-Ratio an. Dabei wird eine faire Bewertung abhängig vom Wachstum gemacht. Bei Vonovia als Immobilienunternehmen ergibt es Sinn, die Bewertung wie bei einem REIT auf den FFO abzustellen, statt auf den Gewinn. Wie oben im Kapitel „Kennzahlen“ beschrieben wies der FFO pro Aktie im vergangenen Jahr ein Wachstum von 13,8 Prozent auf, was in etwa dem historischen Durchschnitt der letzten Jahre entspricht. Gemäß der PEG-Ratio-Theorie müsste das Multiple des FFO somit der Wachstumsrate (also dem 13,8-Fachen) entsprechen. Bei Werten unter 15 ist es jedoch auch akzeptabel, das Multiple auf 15 zu setzen, sofern kein Verlust oder ein Gewinnrückgang anzunehmen sind. Grund ist, dass Aktien im historischen Schnitt um den Wert von 15 herum schwanken und dies daher als die „normale“ Bewertung angesehen wird – selbst, wenn sie kein Wachstum aufweisen.

Für die Vonovia ergibt sich folgende Rechnung: Der FFO aus dem Jahr 2021 in Höhe von 2,15 Euro wird einfach mit 15 multipliziert. Damit erhalten wir eine Vonovia-Aktie Prognose basierend auf dem PEG-Ratio von 32,25 Euro, was etwas unterhalb des aktuellen Kurses von rund 36 Euro liegt.

Ein positiveres Bild ergibt die Discounted-Dividend-Analyse. Bei dieser Methode wird basierend auf der aktuellen Dividende, dem erwarteten Dividendenwachstum und der Risikobewertung ein Kursziel errechnet. Meine Vonovia-Aktie Prognose basierend auf der Discounted Dividend Analyse: 57,24 Euro – da wäre also vom heutigen Kursniveau noch eine Menge Luft nach oben.

Meine Vonovia-Aktie Prognose

Risikoabschlag: 6,0 %

risikofreier Zins: 2,9 %

erwartetes Dividendenwachstum: 6,0 %

letzte Dividende: 1,66 Euro

Hier findest du die Formel zur Berechnung des Unternehmenswertes nach der Discounted-Dividend-Methode

Mein Fazit zur Vonovia-Aktie Prognose

Im Vergleich zu realen Immobilienpreisen sieht die Vonovia-Aktie aus wie ein absolutes Schnäppchen. Wir müssen jedoch der Tatsache Rechnung tragen, dass die Bewertung gegenüber dem realen Markt einem Konglomeratsabschlag enthalten muss. Denn Vonovia kann seinen Immobilienbestand in dieser Größenordnung ja tatsächlich nicht von heute auf morgen verkaufen. Daher sollte die Bewertung der Aktie eher von den Finanzkennzahlen und der Ertragskraft abhängen.

Bei einem aktuellen Aktienkurs von knapp 36 Euro ist die Aktie gemäß des PEG-Ratios leicht überbewertet, basierend auf der Discounted-Dividend-Methode ist noch Luft nach oben. Insgesamt ist die Vonovia-Akte heute für mich zwar kein absolutes Schnäppchen, wer jedoch an eine weiterhin positive Entwicklung der Dividende glaubt, der sollte auf dem aktuellen Kursniveau keinen allzu ungünstigen Einstiegszeitpunkt vorfinden.

Fazit: Solides Basis-Investment im Immobilienbereich zum fairen Preis 

Die Vonovia-Aktie weist ein solides, intaktes und weitgehend krisensicheres Geschäftsmodell auf und ist damit ein solides Basisinvestment im Immobilienbereich. Der Konzern hat es aktuell allerdings schwer: Verursacht durch den Zinsanstieg und die politische Lage befindet sich die Aktie seit August 2021 auf Talfahrt. Nach einer längeren Phase der Überbewertung hat die Aktie deshalb mittlerweile eine faire Bewertung erreicht. Ein Einstieg in die Aktie mit kleineren Beträgen oder per Sparplan könnte jetzt sinnvoll sein.  Für größere Positionen könnte sich etwas Geduld möglicherweise auszahlen.

Pinterest-Aktie Prognose, Thomas Brantl

Quelle: Thomas Brantl

mehr REITs-Analysen

So findest du die besten Immobilienaktien

Wer auf der Suche nach verlässlichen Dividendenzahlern mit ordentlichen Renditen ist, der kommt an Immobilienaktien nicht vorbei. Wir Menschen sind auf ein Dach über dem Kopf, einen Arbeitsplatz, Supermärkte und viele weitere Arten von Immobilien angewiesen. Diese robuste Nachfrage resultiert in verlässlich fließenden Mieten und hohen Cashflows – dem perfekten Nährboden für starke Dividendenaktien. Wer jedoch nur die Dividendenrendite im Kopf hat, dem könnte das passieren, was vielen cashflow-orientierten Investoren passiert: Trotz hoher Ausschüttungsrendite hinkt deren Gesamtrendite dem breiten Markt meilenweit hinterher!

Ein gutes Beispiel für solch eine Aktie finden wir direkt vor unserer Haustür: Die Rede ist vom Hamborner REIT aus Duisburg. Zwar erfreut diese Immobilienaktie seine Anteilseigner stets mit üppigen Dividendenrenditen von um die 5 % pro Jahr. Mit einem breit gestreuten World-ETF konnte dieser REIT in den letzten 10 Jahren aber nicht ansatzweise mithalten.

Rendite Hamborner REIT letzte 10 Jahre: + 96,6 %

Rendite MSCI World-ETF letzte 10 Jahre: + 241,8 %

Quellen: onvista.de, justETF.com, Dividendenzahlungen sind in den Renditen enthalten, Stand: 01.04.2022

Jeder rational agierende Anleger wird einsehen, dass es keinen Sinn macht, nur wegen einer hohen Ausschüttungsrendite der Performance eines 0815-World-ETFs hinterher zu rennen. Das ist Zeit- und Kapitalverschwendung – da ist das Geld im erwähnten World-ETF besser aufgehoben! Den Aktionären des Hamborner REITs passierte genau das in den letzten 10 Jahren: Für eine üppige Dividendenrendite mussten sie eine signifikant niedrige Rendite im Vergleich zum breiten Markt in Kauf nehmen.

„Aber Thomas – ich liebe Dividenden und Ausschüttungen! Was soll ich da mit einem World-ETF anfangen?“

Keine Sorge, du musst natürlich nicht auf ausschüttungsstarke Titel wie Immobilienaktien verzichten. Wenn du dem breiten Markt aber nicht ständig nachrennen möchtest, dann solltest du stets einen Blick auf die wichtigsten Parameter von guten Dividenen- beziehungsweise Immobilienaktien haben! Wer auf die folgenden Kennzahlen achtet, der kann Flops wie den Hamborner REIT vermeiden:

  • Dividendenwachstum  – wichtig für die Entwicklung der Dividende und vor allem des Aktienkurses, siehe Hamborner REIT. Denn steigende Dividenden stammen meist aus steigenden Gewinnen. Und steigende Gewinne lassen Aktienkurse steigen.
  • Kontinuität – eine stabile Dividende ist eine gute Dividende und spricht für ein verlässliches Geschäftsmodell.
  • Bewertung – das beste Unternehmen der Welt ist ein schlechtes Investment, wenn wir zu viel dafür bezahlen. Das gilt auch für Dividenden- und Immobilienaktien. Du kannst zum Beispiel die aktuelle Dividendenrendite mit der historischen vergleichen. Ist die aktuelle Rendite auffallende hoch, könnte das auf eine günstige Bewertung hindeuten.

All diese Kennzahlen findest du in den bekannten Aktien- und Börsenportalen. Manchmal wirst du vielleicht den Taschenrechner in die Hand nehmen müssen, dafür stehen uns diese Informationen kostenlos zur Verfügung. Wer’s bequemer, schneller und effizienter haben möchte, der kann auf den aktien.guide zurückgreifen. In der aktien.guide-Dividenden-Analyse findest du all die erwähnten Kennzahlen – und noch mehr – von über 6.500 Aktien! So findest du in sekundenschnelle heraus, ob eine Aktie zur nächsten Hamborner REIT-Aktie werden könnte.

Vonovia Dividenden-Analyse

Quelle: aktien.guide Dividendenanalyse Vonovia-Aktie, je Punkt kann eine Aktie maximal drei Punkte erreichen. So erkennen wir sofort, ob sich die jeweilige Kennzahl im grünen Bereich befindet – oder ob wir skeptisch sein sollten. Maximal kann eine Aktie 15 Punkte in der aktien.guide Dividenden-Analyse erhalten.

Die Dividenden-Analyse ist aber noch längst nicht alles, was der aktien.guide zu bieten hat! Die Aktien mit den meisten Punkten landen in der Dividenden-Topscorer-Liste des aktien.guides: In diesem Ranking findest du die vielversprechendsten Dividendenaktien der Welt – mit nur einem Klick!

Dividenden-Topscorer aktien.guide

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Disclaimer

Für diesen Beitrag gilt – wie für alle „Aktien für jedermann“-Beiträge – der folgende Disclaimer. Bitte lies ihn dir aufmerksam durch und beachte die darin enthaltenen Ausführungen.

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Thomas Brantl besitzt keine Aktien von Vonovia (Stand: 08.06.2022).

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