Ist ein Immobilien-ETF sinnvoll – oder sollte man besser in REITs investieren?

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Im Rahmen der Recherche zu meinem neuen ETF-Buch, dem ETF-Atlas, stellte ich mir die Frage: Ist ein Immobilien-ETF sinnvoll? Oder handelt es sich hier um unnötigen Schnick-Schnack, den keiner braucht? Generell halte ich Investments in Immobilien für vielversprechend. Aber sind Immobilien-ETF wirklich der beste Weg an der Börse, um sich daran zu beteiligen?

Wie sinnvoll Immobilien-ETF im Vergleich zu "direkten" Investments in börsennotierte Immobiliengesellschaft sind, habe ich mir in den letzten Tagen genauer angeschaut.

Im folgendem Beitrag erfährst du, was dabei herauskam. Viel Spaß beim Lesen!

Immobilien-ETF sinnvoll

Quelle: canva.com

Die Benchmark: Diesen Immobilien-ETF von iShares gilt es zu schlagen

Ein Blick auf die vergangenen Jahre lässt zwar keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu. Gerade bei vergleichbaren Assets lassen sich im Rückspiegel jedoch wichtige Erkenntnisse über das Potential und die Risiken von Investments gewinnen. Da Immobilien-ETFs gut mit börsennotierten Immobiliengesellschaften (REITs) vergleichbar sind, bietet sich ein Vergleich der vergangenen Renditen an.

Als Benchmark habe ich mich für den Immobilien-ETF von iShares entschieden: Den iShares Developed Markets Property Yield. Dieser iShares Immobilien-ETF ist mit einem investierten Volumen von knapp zwei Milliarden Euro der größte in Deutschland handelbare Immobilien-ETF (Stand: 23.07.2021). Damit ist er die perfekte Benchmark in unserem Duell gegen REITs.

Name iShares Developed Markets Property Yield
WKN A0LEW8
Gesamtkostenquote (TER) 0,59 %
Replikationsmethode physisch (vollständige Replikation)
Ausschüttungsrendite 2,25 %

Quelle: justetf.com, Stand: 23.07.2021

Den ersten Kontrahenten im Zweikampf "REIT-ETF global" gegen "REITs" kennen wir damit. Doch gegen welche Immobilienunternehmen steigt unser iShares Immobilien-ETF in den Ring?

Die Herausforderer: Meine zehn besten REITs

Ich entschloss mich, ihn mit den REITs zu vergleichen, von denen ich am meisten überzeugt bin. So suchte ich mir die zehn vielversprechendsten aus meinem eigenen Depot heraus. Die nachfolgenden REITs waren das Ergebnis meines persönlichen REIT-Rankings.

  Branche
American Tower (ISIN: US03027X1000) Kommunikationstechnik
AvalonBay Communities (ISIN: US0534841012) Wohnen
Boston Properties (ISIN: US1011211018) Büro
Essex Property Trust (ISIN: US2971781057) Wohnen
Equinix (ISIN: US29444U7000) Datenzentren
Equity Residential (ISIN: US29476L1070) Wohnen
Hannon Armstrong (ISIN: US41068X1000) erneuerbare Energien
Realty Income (ISIN: US7561091049) gemischt
Rural Funds Group (ISIN: AU000000RFF5) Landwirtschaft
Store Capital (ISIN: US8621211007) Single Tenant

Quelle: finanzen.net

Soweit vorhanden habe ich meine ausführlichen REIT-Analysen im Unternehmensnamen verlinkt. Wenn du wissen möchtest, warum ich vom jeweiligen REIT überzeugt bin, klick einfach auf den Link und du erfährst was das jeweilige Unternehmen für mich so besonders macht. Noch mehr REITs findest du übrigens im REITs-Atlas (*).

Für meine REITs habe ich mir übrigens ein extra-Depot angelegt. Was LYNX zum perfekten REITs-Depot macht und warum es auch für dich Sinn machen könnte, erfährst du im folgenden Beitrag.

LYNX – für mich der perfekte REITs-Broker

Die Rangliste: Immobilien-ETF oder REITs, wer hat die Nase vorne?

Jetzt will ich dich nicht länger auf die Folter spannen: In der nachfolgenden Tabelle findest du meine zehn besten REITs – und unseren iShares Immobilien-ETF! Die Performance bezieht sich – soweit nicht anders angegeben – auf die letzten zehn Jahre. Dividenden sind in den Renditen berücksichtigt, deren Wiederanlage nicht.

Equinix + 751,7 %
American Tower + 478,6 %
Hannon Armstrong + 433,1 %
Rural Funds Group * + 260,5 %
Realty Income + 189,1 %
Essex Property Trust + 180,0 %
iShares Developed Markets Property Yield + 126,8 %
Store Capital * + 112,6 %
Avalonbay Communities + 105,2 %
Equity Residential + 66,2 %
Boston Properties + 36,1 %

Quelle: YAHOO! Finance, Unternehmensangaben, Berechnung des Autors, Stand: 01.07.2021

* unterschiedlicher Betrachtungszeitraum: Hannon Armstrong acht Jahre, Rural Funds Group sieben Jahre, Store Capital sechs Jahre (diese Unternehmen sind noch keine zehn Jahre an der Börse)

Auf den ersten Blick schlug sich unser globaler REIT-ETF eher durchschnittlich. Er konnte lediglich drei REITs hinter sich lassen, da der Store Capital nur sechs Jahre Zeit für die annähernd gleiche Performance brauchte. Bevor wir zu einem vorschnellen Urteil gelangen, sollten wir jedoch ein paar Dinge bedenken.

Die Auflistung enthält nur meine besten REITs

In dieser Auflistung findest du ausschließlich meine besten REITs. Das ist natürlich nur ein Teil der Wahrheit! Bis ich erkannte, was wirklich erfolgreiche Immobilienunternehmen ausmacht, habe ich ich mehrere hundert Euro versenkt. Hier eine kleine Auflistung meiner "REIT-Fehlgriffe":

Hotel-REIT im Sturzflug – der Service Properties Trust

EPR Properties Trust – Corona-Opfer mit ungewisser Zukunft

Krankenhäuser in Indonesien – der First Real Estate Investment Trust auf Abwegen

Bei Einzelwerten gibt es immer wieder Entwicklungen, die für uns Privatanleger unvorhersehbar sind. Die Folge können starke Kurseinbrüche, gekürzte oder gar gestrichene Dividenden sein. Das lässt sich nicht verhindern, damit müssen wir leben, wenn wir in Einzelwerte investieren. Bei Sammelanlagen wie Immobilien-ETFs kann uns das nicht passieren. Hier investieren wir mit einem Schlag in hunderte von Unternehmen, das Einzelwertrisiko entfällt. Wenn bei einem REIT aus dem ETF etwas schiefgeht, bemerken wir das in der Regel nicht einmal.

Hätte ich meine schlechtesten REITs ebenfalls in die Tabelle aufgenommen, wäre der iShares Developed Markets Property Yield im vorderen Mittelfeld gelandet. Nicht schlecht für ein einfaches Sammelinvestment.

Drei REITs profitierten massiv von Megatrends

Equinix und American Tower profitierten in den letzten Jahren massiv von der Digitalisierung unseres Alltags, der Hannon Armstrong vom Boom bei den erneuerbaren Energien. Ich gehe davon, dass diese Trends weiter anhalten werden und alle drei weiterhin eine überdurchschnittliche Performance erzielen können. Natürlich besteht jedoch bei allen dreien das Risiko, dass starke Konkurrenz dem Geschäft schadet. Oder das die Bewertungen inzwischen zu hoch sind. Was ich damit sagen will: Die hohen Renditen gibt's nicht umsonst: Das Risiko war und ist bei solchen Megatrends schlichtweg höher als bei einem globalen REIT-ETF.

Immobilien-ETF iShares

Quelle: canva.com

Standardwerte heben sich kaum von der Performance eines globalen Immobilien-ETFs ab

Standwerte im REIT-Bereich sind für mich etablierte Unternehmen mit stabilen Bilanzen und erprobten Geschäftsmodellen. Unter den in der Tabelle enthaltenen  Werten zähle ich den Realty Income, den Essex Property, AvalonBay Communities, Equity Residential und den Boston Properties Trust zu den Standardwerten. Zwei von ihnen konnten den iShares Developed Markets Property Yield klar outperformen, einer lieferte eine vergleichbare Performance und zwei blieben klar hinter unserem Immobilien-ETF zurück.

Fazit: Mit Standardwerten wird es schwierig, eine signifikante Outperformance gegenüber einem breit diversifizierten, globalen REIT-ETF zu erzielen. Doch was bedeutet das für unsere eingangs gestellte Frage: Sind Immobilien-ETF sinnvoll für Privatanleger?

Mein Fazit: Für wen Immobilien-ETF sinnvoll sind – und wer auf REITs setzen sollte

Persönlich investiere ich sowohl in REITs als auch in Immobilien-ETFs. Den klaren Schwerpunkt bilden dabei meine Immobilien-ETFs. Sie bespare ich monatlich mit einem fixen Budget, während ich in REITs nur sporadisch investiere. Denn die Basis meines "passiven Immobilienportfolios" sehe ich aufgrund der im letzten Abschnitt besprochen Punkte eindeutig in meinen Immo-ETFs. Mein REIT-Depot nutze ich für Nischen-REITs, REITs deren Geschäft von nachhaltigen Trends profitiert oder REITs mit herausragenden Unternehmern im Management.

Investmenttagebuch

Welche REITs ich mir zuletzt kaufte, erfährst du in meinem Investmenttagebuch

Ziel eines jeden meiner REITs: Die Outperformance eines globalen REIT-ETFs! Nur die Unternehmen, in denen ich das Potential dafür sehe, kommen in mein REIT-Depot.

Die Frage, ob ein Immobilien-ETF sinnvoll ist, ist meiner Meinung nach daher klar zu beantworten: Ja, Immobilien-ETF sind für alle jene Anleger sinnvoll, die langfristig an eine positive Entwicklung von Immobilien glauben. Wer bereit ist, etwas mehr Risiko einzugehen und mehr Aufwand in seine Investments stecken möchte, der kann darüber hinaus natürlich auch direkt in REITs investieren. Oder sich gar an direkte Immobilieninvestments wagen.

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Quelle: canva.com

Eine letzte Frage: Ist der Immobilien-ETF von iShares mein bester REIT-ETF?

Ich selbst bespare den iShares Developed Markets Property Yield seit mehreren Jahren. Trotzdem ist er für mich nicht mein bester REIT-ETF – er ist Teil meines global diversifizierten Immobilien-ETF-Portfolios. Nicht mehr, aber auch nicht weniger! Insgesamt bin ich in fünf verschiedene Immobilien-ETFs investiert.

  • zwei globale REIT-ETFs (unter anderem der erwähnte Immobilien-ETF von iShares)
  • zwei REIT-ETFs mit Schwerpunkt Europa
  • ein REIT-ETF mit Schwerpunkt Asien

Die Frage, welcher von diesen fünf mein bester REIT-ETF ist, ist denkbar schwierig zu beantworten. Denn was wirklich der beste ETF ist, das hängt stark von den Zielen des einzelnen Anlegers ab. Möchtest du dir mit deinen ETFs einen Cashflow aufbauen? Soll dein ETF-Portfolio möglichst steueroptimiert aufgebaut sein? Ist dir eine besonders breite Diversifikation des jeweiligen ETFs wichtig, weil du nur in einen einzigen Immobilien-ETF investieren möchtest? Oder investierst du wie ich in mehrere Immobilien-ETFs, womit die Diversifikation der einzelnen ETFs weniger wichtig wird?

Um Anlegern auf die komplexe Frage nach dem "besten ETF" eine adäquate Antwort gegen zu können, schrieb ich eigens über dieses Thema ein Buch: Den ETF-Atlas!

Die Qual der Wahl – wie du aus 1.800 ETFs die besten für dein Portfolio findest

Wußtest du, dass laut statista.com über 1.800 ETFs in Deutschland zum Verkauf zugelassen sind? Das ist eine ganze Menge, bei der sich unweigerlich die Frage stellt: Wie um Himmels Willen soll ich bei dieser erdrückenden Auswahl die besten ETFs für mein Portfolio finden? Sicher, einige sind vielleicht nur ein „bisschen“ teuer. Mit ihnen machen wir wahrscheinlich immer noch ein gutes Geschäft (trotzdem „kosten“ auch sie uns Rendite). Einige von ihnen werden sich allerdings als echte Kapitalvernichter entpuppen, soviel ist sicher. Und wenn wir uns genau einen solchen ETF ins Portfolio holen, kann uns das schnell ein paar tausend Euro Rendite kosten!

Auf meine ersten ETF-Käufe traf genau das leider zu: Sektor-Wetten, die nicht aufgingen. Nischen-ETFs die nicht ansatzweise so gut wie ein World-ETF performten. Und wenn ich dann doch den richtigen Index traf, dann erwischte ich gerade den mit der höchsten Tracking Difference. Und so verschenkte ich wieder wertvolle Rendite... „So wird das nichts“, dachte ich mir. Ich beschloss, mir mehr Wissen über ETFs anzueignen. Ich lass Bücher, schaute Experten-Videos und verglich unzählige ETFs miteinander. Daraus resultierenden zwei Dinge: Ein schlankes, effizientes und strukturiertes ETF-Portfolio. Und ein Buch, das den Weg dorthin Schritt für Schritt beschreibt – der ETF-Atlas war geboren!

Wenn du dir nicht sicher bist, ob du

  • die besten ETFs für deine Strategie im Depot hast,
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  • 90 übersichtliche ETF-Analysen, was einen Großteil der 1.800 ETFs bereits vorab herausfiltert
  • die wichtigsten ETFs im Überblick – ohne mühselige Internetrecherche
  • mehrere Strategie-Vorschläge für ein effizientes Welt-Portfolio
  • die in meinen Augen besten ETFs für ein Welt-Portfolio
  • ein persönliches Ranking von mir zu jedem vorgestellten ETF
  • die besten Immobilien-ETFs, die in Deutschland handelbar sind

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Disclaimer

Für diesen Beitrag gilt – wie für alle „Aktien für jedermann“-Beiträge – der folgende Disclaimer. Bitte lies ihn dir aufmerksam durch und beachte die darin enthaltenen Ausführungen.

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